| Wollte mich mal vorstellen... Kiku • Trocken und sicher? |
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quattro81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 3 Alter: 30 Wohnort: Chemnitz
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Verfasst am: 12.03.2008, 01:16 Titel: Berufliche Reintegration von Suchtkranken |
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Hallo,
in meinem folgenden Beitrag handelt es sich um ein Thema, welches meiner Meinung nach speziell für alle suchtkranke Menschen, die sich noch in der Anfangsphase der Abstinenz befinden, mit Sicherheit sehr schwierig und wiederum so entscheidend für ein zufriedenes Leben ohne Suchtmittel ist, die berufliche Reintegration.
Vor 3 Jahren habe ich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen, welche nach nur 3 Monaten aufgrund meines außer Kontrolle geratenen Alkoholkonsums und den damit verbundenen unzähligen Fehlzeiten beendet war. Während meiner Entwöhnungsbehandlung im letzten Jahr, bei der auch mein Ehrgeiz zurückkam, entwickelte sich in mir der Drang diese Ausbildungsstelle unbedingt nochmals erkämpfen zu wollen. Daraufhin bewarb ich mich nochmals in der gleichen Einrichtung, auch wenn mir klar war, mit einer Absage rechnen zu müssen, doch was hatte ich schon zu verlieren. Auch durch meine glaubhaft dargelegte Krankheitseinsicht in der Bewerbung und während des Vorstellungsgespräches bekomme ich die einmalige Chance, diese Ausbildung in diesem Jahr neu beginnen zu dürfen, mit der klaren Gewissheit im Hinterkopf, mich gegen mehrere hundert, nicht suchtkranke, Bewerber durchgesetzt zu haben.
Ich hoffe durch dieses positive Beispiel auch andere Alkoholabhängige im zweifelsohne harten Kampf um die berufliche Wiedereingliederung wenigstens etwas ermutigen zu können. Außerdem denke ich damit auch stellvertretend für andere Suchtkranke ein klares Zeichen an alle Kritiker, welche uns als nicht gesellschaftsfähig abstempeln wollen, gesendet zu haben, welches zeigt, dass auch trockene Alkoholiker ein hohes Leistungsniveau an den Tag legen können, genau wie nicht suchtkranke Menschen auch.
MfG quattro81 |
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| quattro81 hat zum Thema: Berufliche Reintegration von Suchtkranken geschrieben
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lumho neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2007 Beiträge: 190 Alter: 60 Wohnort: Langenfeld (Rheinland)
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Verfasst am: 12.03.2008, 01:44 Titel: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken |
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Hallo Quattro81,
ich begrüße Dich erst einmal hier im Kreis der "schreibenden Zunft" und finde es gut, dass Du nach ein paar Schnupperwochen den Anfang gefunden hast.
Natürlich gratuliere ich Dir auch herzlich zu Deinem erfolgreichen Versuch, wieder in Deine Wunschausbildung hinein zu rutschen. Dein Mut und Deine neu gewonnenen Erkenntnisse sind bestimmt eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Berufsweg - und das neu gewonnene Selbstwertgefühl erfährt hier gleich eine kräftige Verstärkung.
Gut gemacht und Glück gehabt.
Was mich ein wenig stutzen lässt, ist Deine Behauptung, trockene Alkoholiker - oder Suchtkranke Menschen überhaupt - würden von Kritikern als nicht gesellschaftsfähig abgestempelt und stünden in einem harten Kampf um die berufliche Wiedereingliederung.
Woher hast Du diese Erkenntnisse, und kannst Du Beispiele nennen?
Ich persönlich habe in den letzten beiden Jahren, sprich: in meiner Zeit als trockener Alkoholiker, noch keinen getroffen, der sich aufgrund eigener Erfahrung derart geäußert hätte.
Lass weiter von Dir hören.
Liebe Grüße
Michael |
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| lumho hat zum Thema: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken geschrieben
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quattro81 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 3 Alter: 30 Wohnort: Chemnitz
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Verfasst am: 13.03.2008, 19:32 Titel: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken |
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Hallo Michael,
meine Aussage, dass suchtkranken Menschen die berufliche Wiedereingliederung schwer gemacht wird, ist keinesfalls so zu betrachten, dass ich diese Vorurteile allen nicht betroffenen Menschen unterstellen möchte. Trotzdem zeigen meine persönlichen Erfahrungen, dass ich von Vermittlern auf dem Arbeitsamt, trotz meiner Entwöhnungsbehandlung, als schwer vermittelbar eingestuft wurde. Diese Behauptung habe ich ja glücklicherweise durch meine Eigeninitative mit einem neuen Ausbildungsvertrag widerlegen können.
Auch durch den Erfahrungsaustausch mit Alkoholabhängigen aus meiner Selbsthilfegruppe, denke ich, dass solche Vorurteile auf mangelnde Kenntnisse und Erfahrungen von nicht Abhängigen über die Suchtproblematik zurückzuführen sind. Wer will es ihnen auch verübeln.
Mfg quattro81 |
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| quattro81 hat zum Thema: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken geschrieben
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panther sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.01.2007 Beiträge: 2328 Wohnort: ich wohne in mir, mein zuhause ist meine seele
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Verfasst am: 15.03.2008, 07:50 Titel: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken |
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hallo quatro!
ich finde diese these bzw. denke riskant.
wer sagt, daß ich als suchtkranke auf wohlwollen anderer angwiesen bin. angewiesen bin, ob sie mit meiner alkoholkrankheit umgehen können oder gar vorurteile mitbringen. wie hier in der selbsthilfe empfinde ich das eher so, daß ich den kopf in sand stecken würde oder mich auf meiner alkoholkrankheit ausruhen würde, wenn ich mich von solchen meinungen aussagen verunsichern lassen würde, wie bei dir beim arbeitsamt. lieber mir selbst helfen und mich meiner alkoholkrankheit nicht schämen.
frage ist doch, wie gehe ich mit meiner alkoholkrankheit um? bin ich bereit wieder für mich einzustehen und für mich mein leben in die hand zu nehmen, auch in beruflicher hinsicht.
ich hab gerade vor ca. zwei wochen ein unbefristeten arbeitsvertrag bei meiner alten firma unterschrieben. ist ne frage des outens, offenheit und erlichkeit, gerade in betrieben wo ich schon gearbeitet habe. in einer neuen arbeitssuche für ne neue arbeitsstelle ist der weg der, der auch der nicht suchterkrankte geht. ich schreib ja auch nicht in meiner bewerbung wenn ich diabetis habe. später kann ich mich immer noch outen. macht auch dann sinn, wegen zum beispiel irgendwelcher betriebsfeiern.
gruß panther |
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| panther hat zum Thema: Re: Berufliche Reintegration von Suchtkranken geschrieben
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