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Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei....

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Leseratte
Gast






BeitragVerfasst am: 10.03.2008, 22:11    Titel: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, jetzt will ich mich doch auchmal einbringen hier im Forum.
Kurz zu meiner Person: Ich bin 47 Jahre alt, allein lebend und ganztags berufstätig. Ich trinke jetzt seit ca. 20 Jahren regelmäßig Alkohol, im wesentlichen Bier und Wein, aber auch mal andere Sachen. Mit regelmäßig meine ich, anfangs mehrmals wöchentlich, dann aber eigentlich täglich. Immer so 2- 3 Gl. Wein oder Fl. Bier, an den Wochenenden und auf Feiern mehr ( manchmal auch sehr viel mehr - Kontrollverlust halt).

Gesundheitliche Alarmzeichen haben mich jetzt zu dem Entschluss gebracht, lieber ganz aufzuhören, weil ein " bisschen schwanger" geht nicht ( weiß ich vom Rauchen). Ich weiß, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann und wenn ich ein Glas trinke dieses viele andere nach sich zieht. Ich war beim Arzt und habe morgen mein zweites Gespräch bei der Suchtberatung. Da nehme ich dann auch die Anträge für die ambulante Therapie mit hin.

Ich bin seit 20.2. trocken und mir ist klar, dass das nichts besonderes ist. Denn solche Trinkpausen habe ich ja öfter schon gemacht ( haben mir übrigens sehr gut getan). Um für immer aufzuhören geht es nicht ohne Therapie. Bin sehr gespannt, was da auf mich zukommt.

Jetzt war ich eine Woche im Skiurlaub mit noch 8 anderen Leutchen. Ich habe gleich am Anfang gesagt, dass ich keinen Alkohol trinke, und das ist auch weitgehend akzeptiert worden. In der Gruppe hat eigentlich auch nur einer so richtig gesoffen und der hat anfangs versucht, mich immer mal wieder zu einem Schnaps zu überreden. Das war für mich kein Problem - zumal ich das auch ziemlich nervig fand dieses Gelalle. Aber typisch Alki. Wenn man nüchtern ist, wird einem da ein richtiger Spiegel vorgehalten. Ich schäm mich manchmal richtig für meine Zustände, in denen ich breit war.
Na ja, jedenfalls bin ich total erholt zurück, viel frische Luft, gutes Essen, viele Tiefschlafstunden und nette Gesellschaft. Sonnenschein u. reichlich Schnee - und alkoholfrei!!! Keine Kopfschmerzen, kein Sodbrennen, kein Kater, keine Übelkein - traumhaft Winken

Morgen nachmittag gehts los mit der Gesprächs- und Motivationsgruppe, regelmäßig erstmal wöchentlich bis zum Beginn der ambulanten Therapie. Hoffe, dass die Rentenversicherung die genehmigt. Könnte es da Probleme geben? Ich stehe mit beiden Beinen im Job und möchte auf keinen Fall eine stationäre Therapie machen. Das würde mich karrieremäßig arg zurückwerfen. Ich muss noch sagen, dass ich meine jetztige Arbeit leidenschaftlich gern mache und nicht wegen " dem Scheißalkohol" wieder bei irgendeiner unbefriedigenden Tätigkeit lande. Auch arbeite ich auf der Stelle und in dem Team total gern, weil wir uns auch total super verstehen. Wie gesagt, hoffentlich klappt das mit der ambulanten Reha.

Erstmal schönen Abend allerseits.

Eure Leseratte
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Leseratte hat zum Thema: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
liv
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 4041
Alter: 38
Wohnort: CH

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 11:40    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Tag Leseratte,

herzlich willkommen hier im offenen Bereich Sehr glücklich .

Warst Du schon bei der Suchtberatung? Wie geht es nun weiter mit der ambulanten Therapie? Was meint der/die Suchtberater/in? Hast Du gute Chancen, dass die Therapie bezahlt wird?


Zitat:
Ich bin seit 20.2. trocken und mir ist klar, dass das nichts besonderes ist.


Das kommt nicht draufan, wie lange Du trocken bist. Du bist heute trocken und das zählt. Es wird mit der Zeit einfacher. Daher finde ich, sind die ersten trockenen Tage und Wochen eine besondere "Leistung". Und ich freue mich mit jedem, der die ersten Schritte geht.

Ich habe es vor allem am Anfang versucht total zu vermeiden, dass ich in trinkender Gesellschaft bin. Dein Skiurlaub war eine heisse Sache und es hätte echt schiefgehen können. Es ist wichtig, dass wir uns nicht in unnötige Gefahr begeben.

Na dann wünsche ich Dir heute nachmittag viel Freude in der Gesprächs- und Motivationsgruppe!

Liebe Grüsse, liv
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liv hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
Leseratte
Gast






BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 20:44    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Liv,
danke für deine netten Worte.

Zum Erstgespräch in der Suchtberatung war ich als erstes. Es wird in den nächsten Tagen ein weiteres Gespräch folgen ( wenn die Therapeutin wieder gesund ist), wo dann gemeinsam der Sozialbericht für den Therapieantrag erstellt wird. Ich hoffe, dass das spätestens Anfang nächster Woche sein wird, denn ich will auch keine Zeit verlieren.

Bei der MTG war es sehr nett und vor allem aufschlussreich. Wir waren eine ziemlich große Gruppe von schätzungsweise 25 Leuten. Irgendwie gleichen sich die Alkoholprobleme ja ziemlich, auch wenn unterschiedliche Alkholsorten und auch -mengen verzehrt werden. Eigentlich muss ich ja erstmal jede Woche dahin, aber dafür muss ich dann jeden Dienstag 2,5 Std. früher Feierabend machen, und das krieg ich jobmäßig nicht hin. Werde dann mit der Therapeutin reden, dass ich versuchen werde, alle zwei Wochen zu kommen.

Die ambulante Therapie ist zu einer späteren Uhrzeit, was dann auch passen wird. Aber die hab ich ja noch nicht. Bis dahin muss es halt so gehen.

Aber ich bin guter Dinge, dass ich auf jeden Fall trocken bleibe. Habe jedenfalls noch keinen Saufdruck bisher Winken

Der Leiter der MTG meinte, das mein Antrag auf eine ambulante Therapie sicher bewilligt werden wird, weil ich ja schon " trocken" bin und auch einen festen Arbeitsplatz habe, halt auch Beiträge einzahle in die Rentenversicherung. Und da gehts am Ende um die Erhaltung der Arbeitskraft. Ich hoffe nur, dass das mit der Bewilligung nicht allzu lange dauert.

Im Skiurlaub war das übrigens kein Problem mit dem Nichttrinken, weil ich die meisten Leute vorher nicht kannte. Wo ich mir vielmehr Gedanken mache, das sind die netten Gesellschaften mit guten Freunden und Bekannten. Eigentlich wird ja immer Bier oder Wein getrunken und alle machen mit. Wenn man selbst trinkt, merkt man das ja nicht so. Aber im nüchternen Zustand ist das Gelabere ja kaum auszuhalten. Na ja, ist halt fraglich, ob und wielange ich´s da ertrage. Könnte dann sein, dass ich mal für ein Stündchen reinschaue, ein bis zwei Wasser trinke und wieder abhaue. Wie ich meine Abstinenz erklären soll, weiß ich noch nicht. Mit den Magenproblemen das ist erstmal ne gute Erklärung. Aber irgendwann muss ich dann wohl Farbe bekennen. Hoffe, dass ich da in der Therapie einiges mitkriege, vor allem Mut für Offenheit in dieser Beziehung. Ich kenne sehr viele Leute, die ein ähnliches Trinkverhalten wie ich haben. Sind ja auch Alkoholiker. Im Skiurlaub ist der Haupttrinker mir ein bisschen aus dem Weg gegangen, vermutlich weil ihm sein Trinkverhalten mir gegenüber etwas unangenehm war. Ich hab mich in meiner aktiven Zeit Nichttrinkern gegenüber ähnlich skeptisch verhalten. Hoffentlich sind jetzt nicht alle "Nochtrinker" komisch, nur weil ich trocken bleiben will Winken

Freue mich, von dir/ euch zu hören.

Leseratte
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Leseratte hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 12.03.2008, 09:20    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Leseratte,

Deine Posts lesen sich für mich so, als hättest Du beim Wissen um unsere Krankheit Deinem Nick alle Ehre gemacht - eben angelesen. Aber gut, ein schöner Anfang.

Was mir so richtig "ins Auge springt", ist der Satz:
Zitat:
Ich stehe mit beiden Beinen im Job und möchte auf keinen Fall eine stationäre Therapie machen. Das würde mich karrieremäßig arg zurückwerfen. Ich muss noch sagen, dass ich meine jetztige Arbeit leidenschaftlich gern mache und nicht wegen " dem Scheißalkohol" wieder bei irgendeiner unbefriedigenden Tätigkeit lande.
Leseratte, das ist ein Paradebeispiel für unsere "nasse Denke". In diesem Stadium wollen wir uns die Welt nochmal so richtig schön "zurechtlegen", unser Problem der Alkoholsucht "kleinreden" und vor allem: wir picken uns die Rosinen in den Hilfsangeboten raus...

Dein Wunsch als solches ist legitim, den streitet Dir auch niemand ab. Pass nur bitte auf, dass Du Dich da nicht in was "verrennst".

Beispiel gefällig? Gut. Bereits mehrfach erlebt:

Alkoholiker will "nur ambulant", weil er/sie sonst den "Megajob" verliert.
Bürdet sich also die Doppelbelastung "normales Leben inklusive Job" + ambulante Therapie auf - fast ein Jahr lang.
Zusammenbruch, weil
    a.) Doppelbelastung zu viel und
    b.) das in der Therapie erlernte zwar theoretische bekannt, aber emotional nicht umgesetzt werden konnte.
Folge: Rückfall.
Konsequenz: Job verloren durch Rückfall und danach stationäre Langzeittherapie angetreten, weil's ambulant gar nicht mehr ging...

Leseratte, sicher ist das ein Beispiel für jemand anderen als Dich - und jeder von uns ist individuell. Nur unsere Sucht, die ist nicht individuell, die ist sehr uniform und schei... auf unsere Individualität.

Denk daran, egal, wie Du Dich entscheidest und weitermachst: prüfe genau, woher Deine Intention kommt und ob Dir das gewünschte auch wirklich hilft oder nur vordergründig die Fassade aufrecht erhält, um sich nicht outen zu müssen und dadurch auch ein "Schlupfloch" zu haben für den Fall, dass der "Trocknungsversuch" misslingt...wäre alles nichts Neues bei unserer Sucht.

Ansonsten: viel Spass und Kraft beim Trockenwerden

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
sweety15
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.02.2007
Beiträge: 374
Alter: 64
Wohnort: Norddeutschland

BeitragVerfasst am: 12.03.2008, 09:22    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leseratte,

sei erst mal herzlich begrüßt hier im offenen Bereich.

Zitat:
Wo ich mir vielmehr Gedanken mache, das sind die netten Gesellschaften mit guten Freunden und Bekannten. Eigentlich wird ja immer Bier oder Wein getrunken und alle machen mit.


Sind die "netten Gesellschaften" wirklich so nett, wenn nach einiger Zeit dir das dumme Gelabere auf den Geist geht?

Nicht nur ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Zusammensein mit trinkenden Menschen gewaltig am Suchtgedächtnis anklopft, soll heißen, dass der Suchtdruck sehr schnell wieder kommt.

Gerade in der Anfangszeit deiner Trockenheit solltest du ein trinkendes Umfeld meiden.

Wirklich gute Freunde verstehen das!

Wie sieht es bei dir zu Hause aus? Ist deine Wohnung alkoholfrei?

Ein Tipp von mir: wenn du deine Freunde treffen möchtest, lad sie zu dir nach Hause ein - hier kannst DU bestimmen, was getrunken wird - auf keinen Fall Alkohol.
So kannst du auch sehr schnell merken, wem DU etwas bedeutest.

Nur nicht trinken reicht nicht, du musst auch bereit für Veränderungen sein.

Liebe Grüße
Sweety
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sweety15 hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 12.03.2008, 09:23    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nachtrag: den Suchtberatungen ist das im Prinzip egal, ob ambulante oder stationäre Therapie.

Warum?

Weil sie wissen, dass sie gegen den Willen des Süchtigen sowieso keine Chance haben - also lassen sie den Süchtigen auch bewusst auf die Scnauze fallen - manche müssen halt "ihre eigenen Erfahrungen" machen. Es liegt also an uns, ob wir mit vorgefertigter Meinung dort hingehen, oder uns ergebnisoffen beraten lassen und auf den Rat dieser Fachleute hören.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
Leseratte
Gast






BeitragVerfasst am: 12.03.2008, 20:54    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi,
danke für eure Kritiken.

@Spedi: Also, der Nick " Leseratte" hat wenig zu tun mit meiner Alkoholkrankheit. In dieser Hinsicht habe ich überhaupt noch nicht viel gelesen. Weißt du, ich saufe schon solange und ich habe schon soviel Sche*** erlebt mit Kontrollverlusten, Filmrissen und verdammt peinlichen Szenen ( schäme mich heute noch, wenn ich nur dran denke), dass ich wohl auch ein gewisse Entwicklung durchgemacht habe. Ich habe schon öfter drüber nachgedacht, aufzuhören. Aber ganz und gar ?Das war mir nie geheuer. Ich habe dann Trinkpausen eingelegt, um mir zu beweisen, dass ich nicht süchtig bin. Aber da hab ich mir lange was vorgemacht.
Also wie du siehst, habe ich eine gewisse Erfahrung und entspr. Erkenntnisse daraus entwickelt.

Ich kann nicht kontrolliert trinken, weil ich alkoholkrank bin. Das ist mir schon seit einiger Zeit klar. Jetzt gab es einen Auslöser, der mich hoffentlich auf den richtigen Weg bringt, heißt: ich will ganz ohne Alk leben, weil ich ja mit ihm nicht klarkomme. Körperlich und geistig erlebe ich mich wesentlich fitter als mit Alkohol ( bin seit ca. 3 Wochen trocken).

Beruflich gabs noch nie Zwischenfälle wegen Alkohol. Krank bin ich auch so gut wie nie gewesen. Und meine Arbeit macht mir wirklich Spaß - auch wenn sich das für manch einen komisch anhören mag Smilie

Eine stationäre Therapie dauert im allg. rd. 4 Monate. Und was ist danach? Da muss man doch eh wieder ins reale Leben eintauchen.

Ich habe psychisch keinerlei Probleme und auch keine Kontaktschwierigkeiten, so dass ich denke, eine ambulante Therapie ist ok. Das meint übrigens auch mein Arzt ( Neurologe und Facharzt für Suchtkrankheiten), der Leiter der MTG sowie die Psychologin.

@ an die anderen:
Ich meinte mit " Laberei" eigentlich das Labern mit schwerer Zunge. Die Leute sind schon ok. Ich kenne übrigens eine ganze Menge Menschen, habe viele Bekannte und nette Freunde, aber ich kenne nur einen einzigen Menschen, der keinen Tropfen Alkohol trinkt. Alle (!) anderen trinken mehr oder weniger Alkohol - im allg. kleine bis mittlere Mengen Bier oder Wein und das regelmäßig mehrmals wöchentlich.

Ich könnte jetzt natürlich meinen Job aufgeben ( da wird nämlich auch gelegentlich getrunken), alle Freunde und Bekannten meiden, die zusammen in geselliger Runde ihr Bierchen trinken und meine Hobbys. aufgeben, wo ja die Leute auch alle ihr Bierchen oder ihren Wein trinken. In Urlaub fahre ich dann natürlich auch nicht mehr, weil ja da auch alle Alkohol trinken.
Dann schließ ich meine Tür hier zuhause von innen zu und warte, bis ich schwere Depressionen kriege. Ja, und dann habe ich auf jeden Fall nach kurzer Zeit den Mega- Saufdruck.

Oder wie soll ich es machen? Jetzt bin ich ja mal gespannt auf eure Tipps ...


Eure Heike
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Leseratte hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben
Bernd G
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.11.2006
Beiträge: 825
Alter: 51
Wohnort: Waldbronn

BeitragVerfasst am: 13.03.2008, 14:22    Titel: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Heike !

Willkommen hier im Forum.
Gehe deinen Weg und sammle deine Erfahrungen.
Für mich hast Du den einzig richtigen Weg begonnen.
Du warst beim Arzt und hast die ersten Schritte zu einem abstinenten Leben in Angriff genommen.

Ich selber habe zwei stationäre Therapien gemacht. Aber ich war zu dem Zeitpunkt auch arbeitslos und einmal sogar ohne Wohnsitz.
Ich finde es nicht besonders Klug, dir die ambulante Therapie gleich "madig" zu machen, bevor Du sie überhaupt hast. Wenn es dir nicht gefällt ( hilft ) kannst Du dich ja immer noch für eine andere Form der Hilfe entscheiden.

Liebe Heike, um eine Sache wirst Du aber nicht herrumkommen. Du must zu Dir Ehrlich sein !
Ich bin immer wieder auf die Nase gefallen, weil ich nicht Ehrlich zu mir selber war. Wenn ich anderen Menschen gegenüber nicht Ehrlich bin , belüge ich immer zuerst mich selbst.
Es wird auf die Dauer sehr anstrengend , Ausreden zu erfinden warum ich Heute wieder nichts trinken mag.Erst als ich bereit war zu sagen das ich krank bin, fiel mir das abstinente Leben sehr viel leichter. Nun brauchte ich nicht mehr zu lügen und der schöne Nebeneffekt war ich bekam sehr viel Anerkennung und Zuspruch, was mir wiederum half meinen eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Ich will nichts beschönigen. Als ich aufhörte zu trinken , reduzierte sich mein Bekantenkreis von Vielen auf eine Person. Das war der Preis. Aber das ändert sich mit der Zeit wieder. Alle die selber meinen , oder nur mal darüber nachdenken ob sie vieleicht auch diese Krankheit haben, haben sich von mir entfernt. Aber ich habe nichts verloren , im Gegenteil. Auf der Arbeit , im Verein und natürlich auch in der Familie wissen alle das ich Alkoholiker bin. Ich muss mich nicht mehr verbiegen ,keine ausreden suchen. Wer zu mir kommt, weiss das es keinen Alkohol giebt. Niemand bietet mir welchen an. Alle sprechen mir Mut zu meinen Weg weiter zugehen. Will sagen , nach dem persönlichen Eingeständnis , sollte irgendwann das " öffentliche " kommen. Es lebt sich einfach leichter . Das ist meine Erfahrung und auch mein Schutz davor, laufend mit der Droge belästigt zu werden.

Am Anfang ist eben alles Neu ( interessant ) manche Dinge angenehm andere weniger. Wichtig ist für mich , niemals nachzulassen , niemals zu vergessen was in meinem Hinterkopf schlummert.
Du wirst sicher deinen Weg gehen, den Anfang hast Du ja schon geschaft. Mach ruhig deine ambulante Therapie.
Es giebt Befürworter für die Ambulante, wie auch für die Stationäre. Ich finde es muss jeder für sich rausfinden was auf ihn zugeschnitten ist.Wichtig ist ich mache was für mich.

Viele liebe Grüsse von Bernd G
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Bernd G hat zum Thema: Re: Noch neu hier und seit kurzem alkoholfrei.... geschrieben

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