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Meine Geschichte

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coco
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.2005, 20:53    Titel: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Am 31.07.2000, hatte ich beschlossen nicht mehr zu trinken. Das nicht mehr trinken, das ging, doch mein Leben änderen, das ging nicht. Ich bin dann auch regelmässig zur SHG, habe da gesessen, kein Ton gesagt und nur zugehört. Mit Frust, auf mich selbst bin ich jeden Montag nach Hause gefahren, weil ich es wieder nicht fertig gebracht hatte zu reden. Über 4 Jahre, bin ich jeden Montag zur Gruppe, ohne Worte. Mein Leben nicht verändert, immer unzufriedener, 4-5 Abstürze von 1 Tag, wenn ich alleine war, alles geplannt, bis zum letzten. Hatte diese 4 Jahre, andere was beweisen wollen. Habe für andere aufgehört zu trinken, nicht für mich. Beweisen wollte ich es allen, das ich dieses Zeug nicht mehr brauch. Es war ein harter Kampf, der mich hat vereinsamen lassen.
Dann habe ich versucht mein Leben zu änderen. Alles auf einmal, alles auf den Kopf gestellt. Arbeit geändert, Beziehung wollte ich nach 7 Jahren änderen. Ist leider alles in die Hose gegangen. Es kamm, wie es kommen musste, Rückfall, vor programiert? Ich denke schon. Sylvester letztes Jahr. Es ging nichts mehr, nerven am Ende, Abstinez am Ende. Ich konnte nicht mehr aufhören. Am 15.01 dieses Jahr, also 2 Wochen nach meinem Rückfall, habe ich beschlossen eine Therapie zu machen. Es war mir alles egal, ich musste weg, Arbeit egal, Beziehung egal, einfach alles. Ich konnte nicht mehr. Ich hatte nur noch 2 möglichkeiten, Leben oder sich das Leben nehmen. Das Leben nehmen, dafür war ich zu feige. Also musste ich was tun und mir Hilfe suchen. Meine Hilfe war ein stationäre Therapie, in Tönisstein. Bis 3 tage vor der Therapie, habe ich getrunken, ich habe es nicht mehr geschafft damit aufzuhören. Bis zuletzt, habe ich gekämpft. Zum Glück, keine entzugserscheinungen, kein zittern, nichts. Am 09.02.2005 war es dann soweit, ich sollte für 8 Wochen dahin. Ich hatte sehr grosse Angst, weil ich auch die ganze Jahre zuvor mich verkrochen hatte. Fremde Menschen, alleine auf mich gestellt, auf andere zugehen müssen, das alles machte mir Angst. Wer war ich überhaupt, wo stand ich? Keine Gefühle, kein Leben, alles war weg. Die erste tage waren furchtbar für mich. Am liebsten hätte ich mich verkrochen. Doch so langsam, aber sicher kamm ich aus mir raus. Durch die Hilfe, meiner Therapeutin und der Gruppe. Doch auch da hatte ich einen Rückfall, einen Rückfall meiner Gefühle. Wärend dieser Therapie, hatte ich alles verloren. Meine 7 Jährige Beziehung, die wir noch eine neue Chance geben wollte. Meine Arbeit, die ich über alles liebte, doch wo ich finanziel nur ausgenutz wurde. Da stand ich nun da, ich war am Ende. 4 Wochen habe ich dann verlängert, ich hätte es sonst nicht geschafft. Habe mich auf die 4 Wochen wieder aufraffen können. Habe viel an mir gearbeitet, sehr viel. Nun kamm der Tag, an dem ich nach Hause musste. Ich hatte Angst, ich war alleine, ohne Arbeit und ohne Geld. Ich war nie alleine gewesen, den mein begleiter war immer mein Freund der Alkohol. Meine alte SHG, habe ich wieder besucht. Doch es war ganz anders als früher, ich braucht nicht mehr mit frust nach Hause, den ich konnte reden. Ein Arbeitsstelle hatte ich auch 3 Wochen nachdem ich entlassen worden war. Mit dem alleine sein, das klappte, am anfang. Mitlerweile, gehe ich 2 mal die Woche zu einer SHG, Nachsorge und wir treffen uns oft ausserhalb der SHG, mit AA Mitglieder. Im moment, fällt es mir sehr schwer alleine zu sein, meine Arbeit ist auch nicht das wahre, mein Auto, das ich über alles liebte, (es war mein traum Auto) habe ich Totalschaden gefahren und noch so einiges mehr, wo ich im moment nicht so klar mit komme. Doch ich suche mir hilfe, ich rede über meine probleme. Im moment, läuft so einiges schief. Doch ich brauchte nicht zu trinken, auch wenn alles nicht so läuft wie es sollte. Ich Arbeite an mir, tag für tag, schritt für schritt. Es gäbe immer ein grund zu trinken, doch ich hoffe nicht das ich dieses Zeug noch mal brauchen muss. Ich will meine probleme, auch wenn sie im moment so gross für mich scheinen, auch ohne Alkohol bewältigen. Ich weiß, das meine Probleme, nicht deswegen von der Welt wären. Sie wären auch nach dem Rausch, noch immer da, vielleicht sogar grösser.
Ich habe Kapiuliert, in Tönisstein
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coco hat zum Thema: Meine Geschichte geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 00:56    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Coco

Herzlich willkommen hier im Forum.

Da läuft im Moment ja einiges nicht nach Wunsch. Ein Auto kann ersetzt werden, eine neue Arbeit findest du auch wieder. Doch du hast Recht, durch trinken wird sich nichts verbessern, im Gegenteil, es kann dadurch nur alles schlimmer werden.

Mit bisschen Geduld wirst du auch wieder neue Freunde finden. Es sind ja erst vier Monate her, dass du aus der Thera zurück bist. Es hilft dir doch schon, dass du dich mit den Leuten aus deiner Gruppe treffen kannst.

Wünsche dir alles Gute

Henri
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henri hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
coco
Gast






BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 09:06    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Henri
Ich bin jetzt schon 5 Monate aus der Therapie und Freunde habe ich auch ausserhalb der Gruppe, nur fühle ich mich am wohlsten mit meinen AA Freunden. Sie können mich verstehen. Ich habe auch ganz tolle Geschwister, mit denen ich in Kontakt bin, die zu mir stehen. Das mit eine andere Arbeit ist wohl doch nicht so leicht, wie ich dachte. Ein Auto kann man ersetzen, da hast du recht, aber ohne moss nichts los. Für mein Traumauto, habe ich viele Jahre für sparen müssen, es war mein ganzer stolz. Ich kann es nicht änderen und jetzt nur noch nach vorne sehen, das Leben geht weiter, auch wenn ich im moment noch was Deprimiert bin. Doch ich möchte dadurch, ohne Stoff. Der meine Seele Kaput gemacht hat. Er war eine zeit lang und das sehr lange, mein einzigster Freund.
Gruß coco
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coco hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
Karsten
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BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 09:26    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo coco,

alle materiellen Dinge sind unwichtig.
Das kann man sich alles wieder besorgen. Was nützen all diese Dinge, wenn man trinkt.
Die Trauer über Vergangenes ist vielleicht verständlich, aber sie bringt Dich nicht weiter.

Was mir zu denken gibt, ist Deine Einstellung, den Alkohol als damaligen Freund zu bezeichnen.
Vielleicht hast Du Dich ja falsch ausgedrückt, aber für mich ist der Alkohol aus heutiger Sicht, DER Feind.
Als Freund habe ich ihn selbst die letzten Jahre meiner Trinkzeit nicht gesehen.
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Karsten hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
coco
Gast






BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 14:09    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten
Der Alkohol, war mein Freund. Er hat mich nie im stich gelassen, er war immer für mich da wenn ich brauchte. Er war der einzigste, den ich wollte. Das er ein falscher Freund war, habe ich zu spät gesehen. Das er mein Leben zerstört hat. Mein ich, meine Seele. Als Feind, möchte ich ihn auch nicht sehen, den er kann ja auch nicht dafür das ich ihn trinken musste. Ich will ihn nur nicht mehr an mich ran lassen. Wenn ich ihn als Feind sehe, dann kämpfe ich wieder, das habe ich zu lange. Er ist da, er hat mich kaput gemacht. Doch er ist stärker als ich und wenn ich ihn als Feind sehe und ihn bekämpfe, dann werde ich verlieren. Er soll als Freund neben mir laufen und ich darf ihn nicht vergessen, sonst wird es gefährlich für mich. Ich habe ihn aus meinem Leben und aus meiner Wohnung geworfen. Doch das es ihn gibt, darf ich nie vergessen.
Ich will Leben und habe noch sehr viel an mir zu Arbeiten.
Auch wenn ich das gefühl habe im moment alles verloren zu haben (Beziehung, Auto, scheiß Arbeit, usw) so will ich aber weiter machen. Eben zum X-ten mal von vorne. Aber diesmal ohne Alk
Viele liebe Grüße
Coco
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coco hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
Karsten
Administrator
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Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 14:21    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Coco,

mir ist eben Deine Einstellung aufgefallen und die Aussage

Zitat:
Er war eine zeit lang und das sehr lange, mein einzigster Freund.


hat mir halt zu denken gegeben. Das kling etwas wehmütig.
Ich kann nur für mich sagen, dass der Alkohol in den letzten Jahren mein Feind war.
Er hat mir nicht bei meinen körperlichen Beschwerden geholfen und dennoch habe ich den Kampf damals gegen ihn verloren.

Heute existiert er einfach nicht mehr. Ich kann sagen, dass ich ihn nicht mehr brauche, weil er mir eben die letzten Jahre meiner Saufzeit nicht mehr geholfen hat. Er hat damals seine Aufgabe nicht gemacht. Daher ist er für mich nicht mehr brauchbar.
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Karsten hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
coco
Gast






BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 16:04    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Karsten
Ich darf nicht vergessen das er existiert. Er ist da und das darf ich nicht vergessen. Ich kann ihn nicht einfach aus meinem Leben streichen. Ich möchte ihn nur nicht mehr an mich ran lassen. Gutes hat er mir bestimmt nicht gebracht, ich habe nur alles vergessen können, habe alles verdrängt. Ich habe nach aussen hin funktioniert, aber innerlich war ich kaput. Ich tu echt sehr viel für meine trockenheit. Ich hole mir hilfe, den das habe ich gelernt, ohne hilfe geht es nicht.
Gute 24 stunden
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coco hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben
Karsten
Administrator
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Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 19.09.2005, 16:25    Titel: Re: Meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo coco,

jeder sollte so mit seiner Vergangenheit umgehen, wie es ihm gut tut.
Ich habe aus meiner Sicht geschrieben, wie ich den Alkohol heute sehe.
Natürlich werde ich ihn auch nicht vergessen. Ich werde ja jeden Tag mit ihm konfrontiert.

Ich habe für mich eine Umgangsform mit dem Alkohol gefunden, die es mir möglich macht, mit ihm bzw. neben ihm zu leben.
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Karsten hat zum Thema: Re: Meine Geschichte geschrieben

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