| "Alkoholfreies" Bier • 23, Student, Alkoholiker. |
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almi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2008 Beiträge: 119 Alter: 45 Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Verfasst am: 22.02.2008, 19:03 Titel: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Hallo, vielleicht stelle ich mich einfach kurz vor und erzähle ein wenig meine Geschichte.
Ich heiße hier almi und bin 41 Jahre alt. Mir geht es im Moment nicht gut, bin ziemlich unsortiert und weiß eigentlich gar nicht recht, wo ich anfangen soll.
Ich bin seit dem 28. Februar 2005 trocken ohne jeglichen Rückfall.
Seit meinem 18. Lebensjahr trank ich regelmäßig Alkohol, da ich sehr viel Kinder und Jugendarbeit früher gemacht habe und es dort üblich war auf Freizeiten einfach viel zu trinken.
Ich bin ein sogenannter Nachkömmling, habe einen Bruder, der 9 Jahre älter ist und in einem Elternhaus groß geworden, in dem ich schnell selbständig werden mußte, da beide Elternteile den ganzen Tag arbeiten gingen.
Nun ja, ich bin von Beruf Erzieherin und habe mich all die Jahre als nicht unbedingt selbstbewußt eingeschätzt, da half mir der Alkohol natürlich sehr, damit ich lockerer wurde. Es war einfach, einmal einen zu trinken und dann auf einem Elternabend ein Referat zu halten, ein Elterngespräch zu führen, ect.
Wir hatten zu dieser Zeit eine Kollegin im Team, die mich gemobbt hatte, wie ich jetzt mit viel Therapie weiß, nicht ganz grundlos, da sie merkte, daß ich einfach nicht die nötige Leistung erbracht habe und meine Fehlzeiten immer mehr wurden.
Der Alkohol half mir Kummer und Sorgen zu vergessen, alle Beziehungen gingen in die Hose und ich verkroch mich immer mehr auf der Couch.
Zum Schluß meiner "Alkoholkarriere" trank ich 3-4 Flaschen Rotwein am Tag, begonnen am frühen Morgen.
Mein Chef, der sehr engagiert ist, bekam das natürlich raus und eine Abmahnung folgte. Dies war der Tag, an dem ich aufwachte.
Relativ schnell war mir klar, daß das so nicht weitergehen konnte, denn es war 2 Minuten vor 12 und kurz davor, daß ich meinen Job verlor.
Am 28. Februar 2005 ging ich in die Entgiftung und begann somit mein neues, 2.Leben!!!! Ich hatte viel Zeit, um mich zu sammeln, es war für mich wie eine Befreiung, ich arbeitete dann noch bis im Sommer, da dann eine 8wöchige Reha anstand.
Nun ja, da hatte ich den wohl kompetentesten Therapeuten, den es gibt und der zeigte mir einen neuen Weg, mein Leben zu gestalten.
Dankbar nahm ich jede Hilfe an, auch heute noch halte ich Kontakt zu ihm, ich fahre oft in die Klinik, setze mich in den Garten und gehe einfach mal in mich.
Nun ja, jetzt bin ich vom Alkohol befreit, aber im Moment hänge ich in einem sehr tiefen Loch, fragt mich mal warum, aber eine Antwort kann ich Euch nicht geben, da ich einfach keine finde.
Ich bin oft traurig, weine im moment viel und frage mich nach dem sinn in meinem Leben. Keine Angst, es gibt keine Selbstmordgedanken oder so was, auch habe ich keinen Saufdruck, nein, ich fühle mich einfach nur leer und traurig.
Ich bin antriebslos,fühle mich wie ein kleines Kind, das an die Hand genommen werden muß, damit es mal das Haus verlässt!!!
Ich lebe in einem gesicherten Netzwerk, d.h. ich habe Job, eine eigene Wohnung,Führerschein. Ja, das ist alles da!!!
Partner??? MMMHHH, lebe in einer wochenendbeziehung und fühle mich sehr alleine im Moment.
Freunde??? Sehr wenige, da ich viele Freundschaften sehr vernachlässigt habe und mich auch wie ein Maulwurf in seinen Bau verziehe.
Ich konzentriere mich voll auf meinen Beruf, hole mir jegliche Kraft von den Kindern, mit denen ich tagtäglich arbeite, aber fühle mich einfach nur leer.
War jetzt beim Arzt und holte mir Antidepressivum, aber ich traue es mich noch nicht zu nehmen, da ich nichts über den Abhängigkeitscharakter gelesen habe, naja, Namen darf ich hier ja keine erwähnen.
Nun ja, ich weiß ja nicht, ob das hier alles einer lesen wird, aber so ist momentan mein Standpunkt.
Glaubt mir, vom Kopf her weiß ich ziemlich viel, daß ich mich z.B. nicht daheim verkriechen soll, meine Hobbies pflegen soll, aber die Umsetzung gelingt mir nicht.
Jetzt warte ich einfach mal ab, was jetzt passiert.......
Es grüßt Euch ganz herzlich
Almi
Puh, jetzt bin ich doch froh, daß ich das mal alles geschrieben habe..... |
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| almi hat zum Thema: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10655 Alter: 49
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Verfasst am: 22.02.2008, 22:10 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Hallo Almi,
Herzliches willkommen von einem "Pälzer"!
Ich habe gerade gesehen das du auch aus der Pfalz kommst!
schön das du nun deinen eigenen Thread aufgemacht hast!
Fast 3 Jahre trocken! Das ist ja schon ein langer Weg den du gegangen bist! Ich freue mich schon mal auf deine Erfahrungen!
@Almi
| Zitat: | Ich bin oft traurig, weine im moment viel und frage mich nach dem sinn in meinem Leben. Keine Angst, es gibt keine Selbstmordgedanken oder so was, auch habe ich keinen Saufdruck, nein, ich fühle mich einfach nur leer und traurig.
Ich bin antriebslos,fühle mich wie ein kleines Kind, das an die Hand genommen werden muß, damit es mal das Haus verlässt!!!
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mich würde mal als erstes interessieren ,ob du so ein Empfinden auch schon in der "Nassen Zeit" hattest ? Oder hat das damit gar nichts zu tun?
Ich hatte durch mein jahreslanges Saufen auch solche Stimmungsschwankungen , die aber merklich zurück gegangen sind, seit ich trocken bin/werde!
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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chris09 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.12.2007 Beiträge: 38 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 22.02.2008, 22:10 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Hallo Almi,
erstmal möchte ich Dich hier im Forum herzlich begrüßen.
Da Du offensichtlich zur Zeit kein Alkoholproblem hast, ist es nicht so einfach Dir einen Ratschlag zu gehen...
Ich versuche aber vielleicht auf eine andere Weise...
Die Erfahrung einer inneren Leere haben bereits nicht wenige Menschen schon gemacht.
Viele versuchen, ihre innere Leere durch ein ausgefülltes Leben zu überdecken, doch ohne Erfolg.
Aber das Unbehagen und die Unruhe werden nicht geringer...
So eine Phase hatte ich auch in meinem Leben, bis ich zu der Erkenntnis kam, dass die innere Leere nur mit lebendigen Gott aufgefüllt werden kann...
Ich habe mir lange Zeit davor oft die Frage nach dem Sinn und dem Ziel des menschlichen Lebens gestellt.
Meine Sehnsucht danach habe ich versucht, mit Alkohol zu betäuben...Es wurde eine Sucht daraus...
Man muss natürlich innerlich bereit sein, nach der ausstehenden Antwort zu suchen.
Diese Suche kann auch sehr lange dauern, aber auf diese Weise können wir lernen, nicht nur zu leben, sondern dass wir in unserem Leben unsere Geschichte mit Gott haben.
Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen, dass auch Du Deinen Weg im Leben findest...
Liebe Grüsse
Chris |
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| chris09 hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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almi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2008 Beiträge: 119 Alter: 45 Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Verfasst am: 22.02.2008, 22:39 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Vielen herzlichen Dank, daß ihr mir hier geantwortet habt.
Nun ja, ich hatte solche Stimmungsschwankungen auch schon in meiner nassen Zeit, aber diese Leere in mir war bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie sie es im Moment ist.
Auch habe ich ein wenig Angst, daß ich an einer Depression leide, denn in meiner Familie ist dieses Krankheitssympton ausgeprägt.
Nun ja , und dieses Gefühl der Leere tut sehr weh, oder es ist vielleicht mit Einsamkeit zu betiteln,ich weiß es nicht genau.
Oft fühle ich mich alleine, ausgebrannt , aber auch nicht in der Lage , neue Kontakte zu knüpfen. vielleicht bräuchte ich auch einfach eine gut funktionierende Partnerschaft, in der ich gehalten und aufgefangen werden würde.
Ja, so ist das im Moment und trotzdem bin ich über jeden Tag dankbar den ich leben darf, vielleicht kann ich ja bald schreiben über jeden glücklichen Tag!!!!
@Chris
ich bin ein sehr gläubiger Mensch, denn sonst wäre ich mit sicherheit heute nicht da, wo ich bin. Ich glaube an eine kraft, die mich hält, die mir zuhört, die für mich da ist, ja, daran glaube ich fest.
Trotz allem fehlt mir die Wärme, die Geborgenheit, der Sinn im Leben.
Danke Euch für Eure lieben Zeilen!!!
Almi |
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| almi hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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clare Gast
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Verfasst am: 22.02.2008, 22:49 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Hallo Almi,
diese Leere von der du sprichst, kommt mir sehr bekannt vor.
Habe, um das Gefühl loszuwerden, auch mit Antidepressivum rumgewerkelt, wobei ich das nie mochte und jeweils nur relativ kurz nahm (2x halbes Jahr), da mich dieses Medikament, wie dich offenbar auch, doch ziemlich abschreckt, wenn ich es auch für Übergangszeiten als durchaus sinnvoll erachte.
An meiner Alkoholkrankheit arbeite ich zwar noch nicht sehr lange, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Gefühl der Leere, nicht alleine vom Nichtrinken wegbleiben wird.
Hast du eine Idee, woher dieses Gefühl herkommen könnte, wodurch es bedingt ist?
Mir fallenauf diese Frage unzählig viele Gründe ein, und ich glaube, dass Depressionen sehr komplexe psychische oder physische Ursachen haben können, selbst die Wissenschaft ist sich da nicht einig.
Ich würde dir gerne einen Ratschlag geben, aber glaube, dass solche Dinge wirklich sehr individuell sind.
Hast du schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht?
Ich mache gerade selbst eine, und kann eine solche mit dem richtigen Therapeuten nur empfehlen.
Liebe Grüße
Clare |
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| clare hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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almi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2008 Beiträge: 119 Alter: 45 Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Verfasst am: 22.02.2008, 23:01 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Liebe Clare!!!
danke für deinen beitrag, ich bin schon 3 jahre trocken und habe einiges an psychotherapie durch, deshalb schrieb ich ja, daß in der Theorie alles so einfach erscheint.
Aber die liebe Praxis sieht da ein wenig anders aus, leider......
Ich werde morgen anfangen das antidepressivum zu nehmen, vieleicht geht es mir dann irgendwann mal besser und ich komme ein wenig zur Ruhe.
Wünsche Dir für deine therapie alles erdenklich gute und bleib am Ball und weg von der Flasche.
Die Flasche hilft bei nichts, im Gegenteil macht alles noch viel schlimmer.....
Wünsche Dir was!!!
Almi |
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| almi hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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clare Gast
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Verfasst am: 22.02.2008, 23:22 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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Liebe Almi,
danke für deine Wünsche, ich bleibe auf jeden Fall dran!
Ja, das mit den Therapien ist nicht so einfach, die menschliche Psyche so unwahrscheinlich komplex.
Bleibe auch du am Ball, ich bin sicher,es gibt einen Weg.
Wünsche dir alles Gute!
Liebe Grüße
Clare |
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| clare hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
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Verfasst am: 23.02.2008, 00:17 Titel: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? |
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hallo almi..
ich sag jetzt einfach mal nur..schön das DU deinen eigenen thread eröffnet hast..
gib dir zeit und schreib was das zeug hält..
schritt für schritt..werden "wir" gaaaaanz bestimmt..auch "besserung" für DICH erreichen..
nur nichts überstürzen wollen..
geduld..
liebe grüsse caro
p.s.ich freu mich das du hier bist |
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| caro1969 hat zum Thema: Re: Dem Alkohol entflohen, wo ist die Wärme? geschrieben
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