| ich will es schaffen • Die große Leere |
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sweety15 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.02.2007 Beiträge: 374 Alter: 64 Wohnort: Norddeutschland
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Verfasst am: 24.02.2008, 21:26 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Während meiner "Trinkkarriere" glaubte ich oft, meinen Tiefpunkt erreicht zu haben.
Es reichte kein Führerscheinverlust, nicht die Androhung, mir meine Kinder zu entziehen, nicht mein körperlicher Verfall, nicht die vielen Entgiftungen....
Diese ganzen Katastrophen waren der Anfang von Trinkpausen.
Irgendwann ging wieder alles seinen gewohnten Gang, zuerst der Alltag,
dann auch der Griff zur Flasche.
Ich musste erst kurz davor sein, mein Leben zu verlieren.
Mein Sohn fand mich bewusstlos auf dem Boden liegen - volltrunken.
Ich weiß nicht mehr, ob ich versucht hatte, mir das Leben zu nehmen,
ich erinnere mich nur noch daran, dass ich trank und trank...aber keine Ruhe fand...danach weiß ich nichts mehr.
Ich wachte irgendwann auf der Intensivstation auf.
Mir fehlt heute noch jede Zeitvorstellung, wie lang ich dort quasi als Bestandteil vieler Maschinen lag.(Es waren 5 Tage)
Als ich wieder einigermaßen denken konnte, war mir klar:
Den nächsten Schluck Alkohol überlebe ich nicht!
Aus meinem Überlebenswillen wuchs eine vorher ungeahnte Kraft.
Ich wollte nur eins LEBEN!
Jetzt hatte ich den Mut, mein Leben neu zu ordnen (mit therapeutischer Hilfe) und unbekannte Wege zu versuchen...
Das ist jetzt fast auf den Tag genau 3 Jahre her, eine Zeit mit Höhen und Tiefen, aber immer ohne Alkohol.
Sweety |
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| sweety15 hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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klarerkopf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2007 Beiträge: 122 Alter: 47 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 24.02.2008, 22:50 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Hallo,
mein persönlicher Tiefpunkt war am 25. 10. 2005.
Es war das Ende eines ca. 20 - jährigen Suchtlebens mit Alkohol, in denen ich natürlich die letzten Jahre mein Problem schon geahnt habe, nur eben noch nicht zugab. Ich hatte es zwar immer wieder ein paar Tage zwischendurch geschafft, nicht zu trinken, aber diese Phasen wurden immer seltener. Was mich in den letzten Jahren meiner Trinkerei sehr Angst machte, war halt auch, dass ich mit zwei bis drei Bier nicht genug hatte, auch wenn ich meine ganze Kraft aufwandte. Es wurden immer zehn und mehr Flaschen (0,5 l).
Jedenfalls war ich am besagten Tag und auch schon die Woche vorher im Krankenstand und gab`s mir so richtig, diesmal auch mit harten Sachen, Magenbitter etc. Dass ich auf Grund des Krankenstandes auch Tabletten verschrieben bekam und diese nahm, war mir komplett egal. Ich gab mir halt vormittag schon, was zu finden war, und ich konnte nicht mehr aufhören. Dann gegen mittag riss der Film und irgendwann am Nachmittag dieses 25. Oktober 2005 wachte ich auf, über mir Flaschen, alles weiss, es war die Intensivstation unseres Spitals. Eingeliefert mit gemessenen 3,71 Promille und Tabletten auch noch genommen gehabt, kein Wunder, dass ich dort irgendwann gefragt wurde, ob ich mich umbringen wollte.
Nach einem 6 - Augengespräch - Ärztin, meine Frau und ich - habe ich mich entschlossen, mir professionell helfen zu lassen, da ich auch selbst gesehen habe, dass ich Glück hatte, noch zu leben.
Es folgten Therapeutenstunden, nach ein paar Monaten Wartezeit eine 7-wöchige Entwöhnung mit Therapien und bis jetzt der Besuch einer Nachbetreuungs- oder Selbsthilfegruppe.
Ich habe dadurch zu einem zufriedenen, trockenen Leben gefunden und möchte mein voriges Leben nie mehr haben. Ich kann im Nachhinein Menschen mit ähnlichen Problemen (die vielleicht auch irgendwie schon der Meinung sind, ein Problem mit dem Alkohol zu haben), nur raten, nicht zu lange mit einer Annahme von fachlicher Hilfe zu warten, es könnte, wie es bei mir fast war, ins Auge gehen.
Wenn ich vorher gewusst hätte, wie harmlos so was abläuft, ich hätte es früher gemacht.
Es grüsst euch alle und bleibt am Ball
klarerkopf |
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| klarerkopf hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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Lütze sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.11.2007 Beiträge: 1312 Alter: 41
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Verfasst am: 25.02.2008, 19:05 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Tiefpunkt:
Es ist der 1.11.2007
Es ist 5 Uhr früh.ich muß arbeiten.Mann hab ich einen Bauch dran.Was war eigentlich gestern?Weiss blos noch ,ich hab mich mit meiner Frau gestritten...wie so oft in letzter Zeit.Einen Geschmack im Hals.grrrh.Und Durst,Brand...erst mal Wasser trinken.Ich hab Hunger auf was deftiges.Ich brate mir noch schnell was...Mensch,war was gestern?Filmriss...war wohl doch ein bischen heftig.Rasierwasser aufgelegt,wegen dem Geruch...
8 Uhr:Ich stinke.Hab mich wohl doch nicht geduscht gestern.Wo war eigentlich mein Handtuch von gestern?
10Uhr:Läuft alles Spitze auf Arbeit.Ich erinnere mich,die Sonne scheint.Freu mich auf das Feierabendbier...
11Uhr:SMS kommt.Freue mich nur kurz...Meine Frau schreibt ,dass sie es nicht mehr aushält mit mir.Das ich mich in der Wohnung benommen hab ,wie ein altes Schwein gestern.Und das sie zusammengebrochen ist wegen mir.
12Uhr:Mir fällt nicht ein,was war.Keinen blassen Schimmer.Ich fühl mich völlig durch den Wind.Was sie mir vorwirft,kann ich nicht getan haben.
16Uhr30:Bin aufgelöst angekommen zu Hause.Ob sie Ernst macht?Erst mal ein Bier zur Beruhigung....
heimlich...
17Uhr30:Sie ekelt sich vor mir.Sie redet sachlich und ohne Emotionen.Ich trink mein 2.Bier,ich brauch das jetzt.Sie erzählt,wie sehr sie sich gequält hat die ganze letzte Zeit.Und,das sie schon lange darüber nachdenkt,weg von mir.Was wird aus meiner Familie?Sie glaubt nicht,dass ich jemals vom Alkohol loskomme.Es ist zu spät.Und sie erzählt mir ,was gestern war.Immer noch kein eigenes Erinnern.Ich bin traurig und erschrocken...vor mir selbst.Ich bin eine Gosse.
20 Uhr:Ich geh spazieren.Allein.1Stunde lang.Ich muß was tun.Es ist Sucht!Ich heule,bloss gut,das es dunkel ist.
Nachts schlaf ich kaum...Selbst Schuld.
Ich weiss noch nicht,wie ich es anstelle,aber ich muß was tun.
...
Seit 2.11.07 trink ich keinen Alkohol mehr.
Ungefähr 8 Wochen später erinnere ich mich dunkel an den Tag vorm 1.11. ...
War mir ein Bedürfniss,das hier auch noch mal für mich aufzuschreiben.
Sowas will ich nie wieder erleben.
Lütze |
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| Lütze hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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Rose2 Gast
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Verfasst am: 25.02.2008, 22:03 Titel: Tiefpunkt, wo ist ganz unten ? |
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Mein persönlicher Tiefpunkt war der 20.03.06........
Ich hing wie schon so oft zuvor mal wieder morgens über dem Waschbecken und kot……und würgte mir die Seele aus dem Leib, kein elender Schluck Rotwein wollte mehr drinbleiben, irgendwie war dieser morgen aber anders als die anderen, es war der berühmte “KLICK” im Kopf der diesmal alles anders werden ließ, ich wollte keine Trinkpause mehr, ich wollte endlich dauerhaft raus aus meinem bisherigen Leben und aus meiner Ehe, endlich frei und selbstbestimmt ohne diese Geißel Alkohol, die mich immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen ließ.
Mit Restalkohol in der Birne aber dem festen Willen diesmal soll`s für immer sein, googelte ich und fand dieses Forum von Karsten, das war das Ende meines Albtraumes Alkohol.
Anfänglich hangelte ich mich stundenweise, dann die goldene Regel immer “nur” für heute 24h,........ so wurden Schritt für Schritt Tage, Wochen, Monate und nun fast 2 Jahre daraus………
Nie mehr zurück !
Lieben Gruß, Rose |
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| Rose2 hat zum Thema: Tiefpunkt, wo ist ganz unten ? geschrieben
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 25.02.2008, 22:37 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Hallo,
einen Tiefpunkt als Alkoholiker hatte ich keinen, aber als Co mehrere:
Als ich im September 2006 in Berlin war, meine Frau noch schnell zur Tanke, die Tasche durchhing und sie sich in großen Zügen im Hotel den Flascheninhalt einverleibte. Da bin ich ausgebüchst und ins Büro gezogen.
Im November 2006, als ich im Ausland war, sie nicht erreichen konnte, ich mir in die Hosen machte, irgendwann dachte, egal, dann ist sie eben hops gegangen.
Am 31.Dezmber 2006, als ich mir sagte: so nicht, nur weg.
Im Juni 2007, als ich sie in die Klinik begleitete und den Haustürschlüssel verlangte, was eine Fratze.
Im Juli 2007, als ich zum Partnergespräch Scheidung brüllte, nasses Denken, Schnauze voll.
Wahrscheinlich habe ich noch was vergessen, aber ich habe mich viel zu lange selbst verstümmelt.
LG kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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lobanshee Gast
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Verfasst am: 17.09.2008, 15:46 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Mein Tiefpunkt!
Er baute sich aus vielen kleinen Teilen im Laufe des Jahres 2007 zusammen. In diesem Jahr konnte ich mich nicht mehr so verstellen, wie ich es vorher geschafft hatte. Der Konsum überrannte mich, die Entzugserscheinungen, Zittern in den Händen, griffen massiv in mein Alltagsleben ein, auch in meinen Beruf. So etwas einfaches wie Geld herausgeben beim Einkaufen ging nur noch mit einem bestimmten Alkpegel. Schaffte es, vier Wochen trocken zu sein, weil ich die Faxen dicke hatte und es war einfach nur herrlich und ich erkannte glasklar, dass ich Alkoholikerin bin. Ich hatte es nur noch niemandem gesagt. So kam nach den 4 Wochen eine Familienfete und der Alkohol und dann schaffte ich es noch die nächste Woche beruflich zu überbrücken, brauchte aber morgens vor der Arbeit schon einen gewissen Pegel, den ich mittags auftanken musste und abends dann "Hau rein". Das Wochenende darauf war ganz heftig und ein sehr guter Freund bekam es mit, d. h. er besuchte mich und fand mich ziemlich betrunken vor. Er meinte nur: "Wenn Du Dich zu Tode trinken willst, dann musst Du das tun. Ich kann das nicht mit ansehen, ich muss gehen!" Daraufhin habe ich extra nochmal 3 Flaschen Sekt besorgt, diese auch noch geköpft, mein Gehirn war abgeschaltet.
Dann nachts um 03.00 Uhr machte es "Klick", Gehirn fuhr hoch, ich wußte genau, so gehts nicht weiter, duschte, machte Wohnung klar, wußte überhaupt nicht, was auf mich zukam, dachte auch gar nicht nach, sondern ließ einfach mein Gehirn machen, rief Notarzt, nach langem Reden und pusten von 3 Promille ging es zur Entgiftung, 2 Tage nur gekotzt und gezittert, so heftig, ich konnte aber auch gar nichts mit den Händen halten. Gott, war das entsetzlich. Aber diese schlimmen Gedanken verdränge ich nicht, sie dürfen ab und an mal raus!
Dieser Tiefpunkt hat mich davor bewahrt, mein soziales Umfeld mit Schaden zu hinterlassen, sondern ich habe eine Chance erhalten für ein neues Leben ohne Alkohol. Darüber bin ich sehr dankbar.
Lobanshee |
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| lobanshee hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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MichaHH neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.09.2008 Beiträge: 55
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Verfasst am: 18.09.2008, 20:33 Titel: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? |
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Hallo Alle im Forum,
habe mich heute mal so durch den Post Tieftpunkt gelesen. Da kommt mir doch sehr vieles bekannt vor. Arbeitsverlust, Führerscheinverlust, Ehe-Partnerschaft kaputt gegangen u.s.w.
Wie am Anfang schon geschrieben wurde, hat jeder sein Persönlichen Tiefpunkt im laufe seines Daseins als Alkoholiker schon gehabt. Aber um auf die Frage zurück zukommen, wo ganz Tief unten den sein soll oder ist ? Kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es geht von Rückfall zu Rückfall immer Tiefer, soweit bis es kein zurück mehr gibt. Mein letzter Tiefpunkt liegt 8 Jahre zurück, die Erinnerungen daran haben mit dazu beigetragen dass ich bis heute Trocken bin. Es sind zwar keine schönen Erinnerungen, Aber um den letzten Tiefpunkt nicht zu Vergessen, erinnere ich mich gerne daran. Dann kommt auch die Zeit, in der ich mit anderen Alkoholikern darüber reden möchte. Man kann vieles Verdrängen aber man sollte nicht alles Vergessen.
Gruß Micha |
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| MichaHH hat zum Thema: Re: Tiefpunkt,wo ist ganz unten?? geschrieben
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