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Hallo, hier bin ich –wer da?

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Vorstellung   •    Abhängiger Vater  
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Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 21:19    Titel: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich bin neu hier und mach mir erst gar nicht die Mühe, davor zu warnen, dass ich viel schreibe *zwinker*. Ich denke, viele Lebensgeschichten hier sind komplex und lassen sich vor allem beim ersten Mal auch nicht in 3 Sätzen erzählen. Hier kommt meine...

Als ich 1,5 Jahre alt war, kam meine Mutter bei einem Autounfall ums Leben, mein Vater saß am Steuer. Ich habe sie also bedauerlicherweise nie kennen gelernt. Fortan zog meine Oma väterlicherseits zu uns und übernahm Haushalt und Erziehung. Sie ist wohl der Grund, warum ich mir in einer bestimmten Phase letztlich doch nicht das Leben nahm, weil sie von Anfang an versuchte, mich zu einem selbstbewussten Menschen zu erziehen. Dem wurde ein jähes Ende gesetzt, als mein Vater erneut heiratete, als ich 8 Jahre alt war. Sie zog wieder in ihre Wohnung zurück und ich war allein.
Ich kenne meinen Vater nicht ohne Alkohol, von Kindesbeinen an hat er getrunken. Er war bis zur seinem Ruhestand Handwerker in Staatsdiensten und man weiß ja, dass über Handwerker gesagt wird, dass Biertrinken einfach dazu gehört. Bei meinem Vater ist es auch Weinbrand im Kaffee.
Die Atmosphäre in der Familie ist so, wie ich es hier schon mehrfach gelesen habe – ständiger Psychostress meiner Mutter und mir, es meinem Vater möglichst recht zu machen, damit er keinen Grund für einen seiner Wutanfälle findet. Den er sich aber selbstverständlich suchte, wann immer er es für nötig hielt. Im letzten halben Jahr vor meinem Abitur war ich so verzweifelt, dass ich schon überlegte, zu meiner Oma in ihre kleine Wohnung zu ziehen. Ich war völlig fertig wegen der ständigen Streitereien und obwohl ich ein Stockwerk über der Wohnung meiner Eltern mein Zimmer hatte, war ich psychisch so angeschlagen, dass ich bei jedem lauteren Türgeräusch zusammen zuckte und minutenlang nicht mehr aufhören konnte zu zittern. Türenschlagen war ziemlich „in“ bei meinen Eltern. Und zwar so, dass das ganze Haus erbebte.
Ich habe keine Geschwister und hatte wenig Freunde, fand mich auch immer komisch, wusste aber nicht warum. Im Innersten zutiefst verletzbar und empfindsam – bis heute noch -, bin ich äußerlich ein Machertyp, der bisweilen wohl auf andere selbstsicher und manchmal arrogant wirkt. Reiner Selbstschutz, würde ich sagen.... Ich fühle noch heute bisweilen eine furchtbare Ambilvalenz zwischen „du hast im Leben selbst etwas erreicht und kannst stolz darauf sein (Oma`s Erziehung)“ und einer furchtbaren inneren Leere, dem Gefühl, keine „normale Familie“ zu haben. Das war überhaupt zentrales Problem meiner Jugend. Ich hatte niemals mit den Eltern meiner Freunde Probleme, war überall wohl gelitten und kam mit allen klar. Nur daheim funktionierte nichts und ich konnte es mir selbst nicht erklären!!! Sobald ich daheim durch die Tür ging, bekam ich Herzklopfen und versuchte ab einem gewissen Alter, mich sämtlichen Streits durch Abhauen in mein Zimmer zu entziehen. Ich legte mir einen Radiorekorder mit Kopfhörer zu – immer wenn es unten zur Sache ging, setzte ich die Kopfhörer auf und drehte die Musik laut, damit ich dem Streß entfliehen konnte, denn ich wusste nicht, wohin ich sonst gehen sollte. So lernte ich, Probleme fast ausschließlich mit mir selbst auszumachen. Über Emotionales wurde in der Familie nicht gesprochen, Haltung bewahren war oberstes Gebot Meinen Vater habe ich nie über Gefühle sprechen hören, er ist beruflich ein Perfektionist, aber gefühlstechnisch völlig unterentwickelt. Gerne hätte ich mal ein ausführliches Gespräch über meine leibliche Mutter und den Unfall damals geführt – es kam bis heute nicht zu Stande.

Nach dem Abitur ging ich ans entgegen gesetzte Ende der Republik, nur weit genug weg von daheim musste es sein. Ich fand mein Leben, Studium, Beruf und eine Ehe, die nach einigen Jahren zerbrach. Mit meinem Vater hatte ich zwischenzeitlich jahrelang keinen Kontakt – ich konnte es nicht ertragen, jedes Mal beim Heimkommen als Streitanlass für meine Eltern herhalten zu müssen. Ich habe ihm das seinerzeit in einem Brief geschrieben, den er bis heute wohl nicht verstanden hat – irgendwann mal sprach er davon, dass er doch „meine Hausaufgaben hätte kontrollieren müssen und dass das doch dazu gehöre“ – welch unglaublicher Quatsch! Er hatte meine Hausaufgaben nie kontrolliert, weil er nie daheim war, sondern nach der Arbeit in seine Hofwerkstatt hinterm Haus und/oder in die Kneipe verschwand. Er versteht wohl bis heute nicht, dass die Vaterrolle mehr beinhaltet, als Geld zu verdienen und Manöverkritik an Frau und Kind zu äußern. Er spielt bis heute gerne den Kasernenhofkommandanten.

Ich habe gelernt so zu funktionieren, wie man es mir beigebracht hat. Ich kann mich auf quasi jede neue Lebenssituation einstellen, finde schnell Lösungen, gelte beruflich als kompetent, kann sicher auftreten. Aber innerlich halte ich mich zumindest teilweise noch für wertlos, so wie es mir daheim immer eingeredet wurde. Ich suche immer nach Gründen, warum mich jemand mögen könnte, und finde nicht wirklich welche. Ich habe auch nicht viele Freunde, manche „können“ nicht mit mir, ich denke auch, weil ich eine scharfe Analytikerin bin, die – leider – auch oft sagt, was sie denkt. Ich habe extreme Sehnsucht nach Offenheit, also genau das Gegenteil von dem, was mir daheim widerfahren ist – und übertreibe damit vielleicht manchmal und spreche für andere unliebsame Dinge aus. Das erhöht wahrscheinlich meinen Sympathiefaktor nicht gerade.... Keine Ahnung. Ich hasse einfach dieses Theaterspielen, was daheim gegenüber der Aussenwelt an der Tagesordnung lag – alles zur Erhaltung „des guten Rufs“.

Tja, und jetzt das: Letztens feierte meine Mutter Geburtstag im großen Kreis, 40 geladene Gäste im Vereinsheim. Ich, seit 1,5 Jahren nicht mehr daheim gewesen, mit meinem Schatz dazu. In Vergangenheit habe ich bei Besuchen daheim immer bei meiner besten Abiturfreundin oder deren Eltern geschlafen, die mich quasi „adoptiert“ haben. Auch diesmal schlief ich dort, einerseits, weil ich keinen Ärger daheim mitbekommen wollte, andererseits, weil das Obergeschoss im Haus meiner Eltern inzwischen furchtbar nach dem alten Teppich riecht, seit dort mangels Bewohner nicht mehr so oft gelüftet wird, dass es schlichtweg über Nacht nicht auszuhalten ist. Meinen Eltern passte meine Übernachtungsabsage gar nicht, obwohl die Sache mit dem Teppich durchaus ein primärer Grund und weniger Ausrede für mich war.
Im Lokal war mir dann eh schon etwas mulmig, weil ich bis auf 2 weitere Personen niemand aus dem Kreis meiner Eltern kannte. Die u-förmige Tafel war im Vereinsheim gedeckt, links und rechts doppelseitig, auf der Schmalseite einseitig. Dort hatte ich gemäß Sitzplan frontal für alle sichtbar Platz zu nehmen. Es waren ja einige nette Leute da, allerdings auch 2 Ehepaare, die den gesamten Abend nichts anderes zu tun hatten, als mich permanent anzustarren. Wenn die pro Viertelstunde eine Minute woanders hingeschaut haben, dann war das viel. Und ihre Blicke sagten: „Da ist sie, die Tochter, die nicht bei ihren Eltern übernachtet und so gut wie keinen Kontakt hat und sich nicht um ihren Vater kümmert.“
Es wurden kleine Vorträge und Gedichte vorgelesen, dazwischen mein Vater, der sich permanent Bier reinzog und mit verquollenem, weinerlichem Gesicht meiner Mutter halblaut Regieanweisungen gab, was sie zu tun hatte und dann selbst einen weinerlich-peinlichen Vortrag hielt. Die Show war für mich kaum auszuhalten.
Später ging ich an die Bar, wo ich mit einigen netten Gästen, darunter das Wirtsehepaar, ins Gespräch kam. Die meisten anderen Gäste und meine Eltern waren schon gegangen. Eines der beiden gaffenden Paare ließ es sich auch da nicht nehmen, sich ans entfernte Ende der Bar zu setzen (die haben den ganzen Abend lang kein Wort mit mir gesprochen!) und mich weiterhin einfach nur zu beobachten und mir zuzuhören. Ich habe mich wirklich gefragt, was sie sich davon versprachen, mich agieren zu sehen und zu belauschen. Vielleicht, ob die Tochter nach ihrem Vater kommt?!
Wir nahmen das Wirtsehepaar dann gegen eins im Auto mit, weil sie im selben Ort wie meine Übernachtungsmöglichkeit wohnten. Und wie es so ist, sie luden uns noch auf einen Absacker bei sich ein. Und sie waren schließlich die einzigen, die die Frage aussprachen, die den ganzen Abend schon im Raum gestanden hatte: WARUM schläfst Du nicht bei Deinen Eltern? Ich hätte damit rechnen können, aber trotzdem traf es mich mit voller Wucht, dass sich jemand für mich interessierte, für meine Seite der Geschichte. Denn dass mein Vater Alkoholiker ist, wissen mit Sicherheit alle im Verein. Ich hatte inzwischen selbst an dem Abend ganz gut getrunken – (nein, ich trinke nicht regelmäßig) und bekam schlichtweg einen Weinkrampf. Dann erzählte ich ein bisschen aus meinem Leben und hatte plötzlich 2 betroffene Gesichter vor mir, von denen immer wieder nur kam „Oh mein Gott, das habe ich ja gar nicht gewusst“.... Zum Schluß luden sie mich zum Sommerfest in ihrem Dorf ein mit den Worten „und dann schläfst Du bei uns“.
Bei meiner Freundin angekommen, ging ich ins Bett und habe noch lange weiter geweint. Schon komisch, eigentlich dachte ich, nach all den Jahren macht es mir nichts mehr aus, dass mein Vater mich nie in meiner Wohnung besucht hat und ich nie ein richtiges Familienleben hatte. Und jetzt stehe ich vor so vielen Fragen...

Ich habe mich, seitdem ich wieder in meiner eigenen Wohnung angekommen bin, noch nicht bei meiner Mutter gemeldet – eigentlich ruft man ja nochmal an und bedankt sich für die Einladung etc. Denn ich weiß, dass ich ihr dann sagen würde, welch verheerenden Eindruck mein Vater auf mich gemacht hat (ich hatte ihn seit 1,5 Jahren nicht mehr gesehen) und dass er dringend Hilfe braucht. Ich weiß nicht, ob ich mir den Psychostreß dieses Anrufs antun soll. Andererseits denke ich die ganze Zeit daran, dass ich gerne irgendwie helfen würde. Aber geht das überhaupt? Ich habe auch überlegt, ihr in einem Brief die hier gefundene Beschreibung von Alkoholismus und Co-Alkohliker beizulegen. Aber ob das hilft?
Ich denke auch daran, welche Auswirkungen mein Gespräch mit den Wirtsleuten, die auch Vereinsmitglieder sind, haben wird. Naja, dafür ist es eh zu spät, der wöchentliche Vereinsabend war schon. Der „gute Ruf“ meiner Eltern ist jedenfalls mit Sicherheit ruiniert, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wirtsleute ihr Wissen für sich behalten haben. Ich male mir mit ziemlich viel Herzklopfen aus, was da wohl passiert sein könnte. Und wie ich und meine Eltern möglicherweise wochenlang Thema sein werden.

Ich bin mir auch mit mir nicht mehr so sicher. Mein Ausbruch bei den Wirtsleuten war sicherlich einerseits sentimental-alkoholbedingt, andererseits bin ich doch über meine eigene Heftigkeit erschrocken. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, im Zusammenhang mit der Co-Alkoholabhängigkeit sowas wie eine Therapie zu machen. Ich empfand mich immer als Einzelkämpfer, der selbst mit sich klar zu kommen hatte. Motto „Friß oder stirb“. Als ich Abitur machte und selbständiger wurde, gab es das Internet und Hilfeplattformen auch noch nicht. Andererseits habe ich seinerzeit in meiner Scheidungsphase eine Gesprächstherapie gemacht, aber nicht das Gefühl gehabt, dass mir da soviel geholfen wird. Ob da mal eine Psychoanalyse helfen könnte? Ich habe über Gesprächstherapeuten mal gelesen, dass sie im Prinzip nichts anderes sind, als eine Art „bezahlte beste Freundin, die zuhört“ – so habe ich auch meine damalige Therapeutin empfunden. Ich will keinem Psychologen damit zu nahe treten, vielleicht habe ich auch die unpassende Therapie gemacht...

So – ich weiß nicht, ob es hilft, wenn ich mich jetzt für die unverschämte Länge meines Traktats entschuldige, wahrscheinlich liest das eh kaum einer zu Ende. Aber das oben Geschriebene ist eh nur die Spitze des Eisbergs.... Ich brauch `ne neue Kanne Tee Winken))
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Janney hat zum Thema: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
speedy53
Gast






BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 21:58    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janney,

erstmal begrüße ich Dich herzlich hier im "Kinder-Bereich" !

Schön, daß Du da bist!

Janney hat Folgendes geschrieben:

So – ich weiß nicht, ob es hilft, wenn ich mich jetzt für die unverschämte Länge meines Traktats entschuldige, wahrscheinlich liest das eh kaum einer zu Ende. Aber das oben Geschriebene ist eh nur die Spitze des Eisbergs....


Du musst Dich hier für gar nichts entschuldigen.

Schreibe bitte so oft und so viel Du magst.

Ob es gelesen wird (wovon ich überzeugt bin) oder nicht, ist doch zweitrangig.

Es sind Deine Gefühle und Gedanken und es ist Deine Geschichte.

Oftmals hilft alleine das Aufschreiben, Dinge klarer zu sehen oder Vergangenes besser aufzuarbeiten.

Ich wünsche Dir hier einen hilfreichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit all den anderen Kindern.

Sie werden Dich gut verstehen, denn alle haben ihr Schicksal, so oder so ähnlich!

Lieben Gruß
Speedy
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speedy53 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 22:04    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Speedy,

für das freundliche Willkommen und die guten Wünsche.... ich glaube, ich kann im Moment ein paar davon gebrauchen....
Ich muß mich für heute eh ausloggen, bin ziemlich geschafft. Ich lese gerne morgen eventuelle Antworten. Smilie
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Janney hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
binelinchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 22:12    Titel: Herzlich Willkommen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Willkommen Janney!

Hier sind echt tolle Menschen, mit denen du offen reden kannst! Ich bin auch neu hier und bin froh, das forum gefunden zu haben!

ich wünsche dir ein schönes we

lg

bini
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binelinchen hat zum Thema: Herzlich Willkommen! geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 08:46    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janney!

Auch von mir ein herzliches Willkommen hier!

Erstmal: Ja, ich habe Deine Geschichte bis zum Ende gelesen und ich finde die Länge nicht unverschämt! Du wirst gesehen haben, dass die meisten hier auch mal sehr lange Texte schreiben, gerade zu Anfang.

Tja, da hast Du ganz schön was hinter Dir und machst es jetzt noch mit. Du scheinst aus einer kleineren Gemeinde zu stammen, wo jeder jeden kennt? Ich hasse diese Theaterspielerei auch! Und vielleicht war Dein Ausbruch bei den Wirtsleuten ja auch mal angebracht. So kann es ja nicht weitergehen... Irgendwann bekommt selbst die ausgeklügelste Fassade Brüche, vielleicht sollte es so sein... Deine Eltern machen ja nicht nur anderen, sondern auch sich selbst was vor und schaden nur sich selbst damit. Und Dir natürlich auch!

Die Szene mit den beiden starrenden Ehepaaren kann ich mir lebhaft vorstellen, auch ich habe solche Situationen des Öfteren erlebt und habe mich total unwohl in meiner Haut gefühlt; eine Mischung aus Unsicherheit und Trotz.

Ich finde, dass Du wirklich gut schreibst, Du kannst Dich gut ausdrücken und die Dinge klar und verständlich umschreiben, auch Deine Gefühle dazu. Das hat mich beeindruckt.

Leider kann ich jetzt gerade nicht näher auf Dich eingehen, da ich nun los muss. Ich wollte Dir nur schnell mitteilen, dass wir Dich "gesehen haben"! Smilie

Schön, dass Du hier bist!

LG, Nelly
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Nelly81 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 10:12    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen,

danke Nelly, für Deine freundlichen Worte!


Nelly81 hat Folgendes geschrieben:


Tja, da hast Du ganz schön was hinter Dir und machst es jetzt noch mit.



Ich hatte jahrelang sozusagen Pause, wollte den Kontakt wiederaufnehmen - und schon geht alles von vone los *seufz*

Nelly81 hat Folgendes geschrieben:

Du scheinst aus einer kleineren Gemeinde zu stammen, wo jeder jeden kennt?


Ja, dort kennt man sich, meine Eltern wohnen ja auch schon 30 Jahre da.

Nelly81 hat Folgendes geschrieben:

Ich hasse diese Theaterspielerei auch! Und vielleicht war Dein Ausbruch bei den Wirtsleuten ja auch mal angebracht. So kann es ja nicht weitergehen... Irgendwann bekommt selbst die ausgeklügelste Fassade Brüche, vielleicht sollte es so sein... Deine Eltern machen ja nicht nur anderen, sondern auch sich selbst was vor und schaden nur sich selbst damit. Und Dir natürlich auch!


In dem Moment konnte ich einfach nicht mehr, den ganzen Abend stand diese Frage im Raum und ich kam mir als Beschuldigte vor, obwohl mich quasi niemand aus dem Kreis kannte... Das war sehr hart. Ja, und die Fassade ist natürlich das wichtigste!

Nelly81 hat Folgendes geschrieben:

Ich finde, dass Du wirklich gut schreibst, Du kannst Dich gut ausdrücken und die Dinge klar und verständlich umschreiben, auch Deine Gefühle dazu. Das hat mich beeindruckt.


Winken Ich habe schon immer viel und gerne geschrieben... Danke für das Kompliment! Wenn nur mein Vater auch meine schriftlichen Äußerungen verstehen würde.... Aber da kann ich wohl lange warten.
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Janney hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 11:51    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo janney,

nö, keine sorge, wir hier sind lange texte gewohnt - und die meisten von uns schreiben wohl gerne viel, du befindest ich also in vielerlei hinsicht in guter gesellschaft Winken.

auch deine gedanken in bezug auf innen und außen können wir hier alle wohl auch gut nachvollziehen. ich hab mich in ganz vielem bei dir sehr wiedererkannt: wie ich mich sehe, und wie andere das tun, wie tough ich im job wirke und agieren kann, und wie klein und doof ich mir oft vor mir selber vorkomme, wie schwer ich mich oft tue/tat, menschen (emotional) nahe an mich heranzulassen, obwohl man mich draussen für den immer gut gelaunten clown mit vielen kontakten hält.

ich glaube, das ist genaus das, was wir alki-kinder von frühester kindheit an gelernt haben, theater zu spielen, so zu tun als ob und möglichst keine angriffsfläche zu bieten. diese verhaltensweisen ziehen sich durch bis ins erwachsenenleben, und machen es uns oft schwer, "normale" beziehungen zu leben, sei es mit einem partner, im job, im freundeskreis oder eben in der familie. ich bin da auch erst ganz langsam nach und nach drauf gekommen, was welche "macken" verursacht haben könnte, zum einen durch eine therapie, die ich vor langer zeit mal gemacht habe, durch das forum hier, seelsorgegespräche mit meinem pfarrer und die lektüre einschlägiger bücher. das leben wird nicht leichter dadurch, aber man kann sich anders ansehen und auch gnädiger mit sich sein. das zumindest habe ich als große erleichterung empfunden, mich nicht mehr "einfach so" für bekloppt und "anders" zu halten, sondern manches herleiten zu können aus meiner kindheit. und aus dieser erkenntnis heraus lassen sich stück für stück auch manche verhaltensweisen ändern, naja, und mit anderen macken wird man wohl weiterleben müssen. aber das macht uns nun mal aus.

ich freu mich auf den austausch mit dir.

lieben gruß

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
caro1969
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.09.2007
Beiträge: 5934

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 12:05    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo und willkommen hier im forum..liebe janney..

mir fiel da etwas ein was ich in meiner shg gehört habe..thema war..sehnsucht nach veränderung..du schreibst ja..das du möglichst weit weg gezogen bist..in der shg sagte man:egal wohin und egal wie weit weg du gehst..du nimmst immer "einen" mit..und zwar DICH..ja..so ist es wohl..du kannst machen was du willst..du wirst all deine unguten erfahrungen,erinnerungen,probleme die daraus für dich entstanden sind.."mitnehmen"..

ich für meinen teil denke..das dein ausbruch bei den wirtsleuten lange längst überfällig war..und "er" der anfang deiner bewältigung des "riesen berges" sch... sein könnte..

versuche es doch mal so zu sehen..
du hast begonnen..den so kranken "schein" NICHT mehr zu wahren..du hast für dich entschieden(unter welchen umständen auch immer)..EHRLICH zu sein..das allein zählt..du fängst an..für DICH zu entscheiden(im bezug auf deine eltern)..in dem moment war es für DICH richtig..ja..das DARFST DU..und solltest es in zukunft immer wieder machen..immer und immer wieder..und JEDES mal wird es DIR ein stück weit weiter helfen..mit dem was du dein leben lang mit dir rumschleppen MUSSTEST.."besser" fertig zu werden..

was deine eltern anbetrifft..was sich bei ihnen "nun" abspielt..oder noch abspielen wird..sollte dir ganz egal sein..denn NICHT du lebst "solch ein leben wie sie"..SIE ALLEIN HABEN SICH "DIE SUPPE" EINGEBROCKT!!!!!!solln se zusehen wie se da wieder "sauber" rauskommen..
DU hast lange genug geschwiegen..ist ja schliesslich NICHT so..alsdas du irgendwelche lügengeschichten verbreitet hast..

steh für DICH dazu..egal was eventl.für vorwürfe und gemeinheiten von ihrer seite kommen werden..sie sind NICHT war..aus deinen eltern wird der alkohol und ihre abhängigkeit sprechen..denk immer daran!!!

es wird nicht leicht..denn sowas müssen wir alle erst mühsam lernen..ich kann dich aber trösten..indem ich dir verspreche..das es zu schaffen ist..stück für stück..kann es dir besser gehen..du hast ja schon begonnen mit dem ausbruch..und mit der anmeldung hier..darauf kannst du schon mal stolz sein..finde ich..

lese dich hier erstmal in aller ruhe durch..auch das hilft ungemein..
schreibe wann und was immer DICH beschäftigt..wenn du magst..ES HILFT..

liebe grüsse caro
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caro1969 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben

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