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Vorstellung   •    Abhängiger Vater  
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Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 19:57    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@ Lavendel,

danke für Deine freundliche Aufnahme. Freundliche Worte tun gut....... Smilie

Die Sache mit dem Theaterspielen habe ich bereits in der Jugend erkannt und für mich abgelegt. Ich habe das meinem Vater auch mal deutlich gesagt. Skurrile Situation: Ich, damals 26, stand vor der Hochzeit mit meinem Ex-Mann und hatte meinen Mut zusammengenommen und Vater und Stiefmutter eingeladen. Was immer vorher war, ich war der Ansicht, dass an einem solchen Tag die Familie zusammengehört und wollte einen neuen Anlauf nehmen.
Von wegen. Das war die Phase, wo ich vorher jahrelang den Kontakt mit meinem Vater abgebrochen hatte, weil er mich zum Streitanlaß nahm. Jedenfalls gab es kurz vor dem Termin ein Telefongespräch, in dem ER allen Ernstes sein Verhalten auf mich projizierte und mich fragte, ob denn meine zukünftigen Schwiegereltern wüßten, dass ich kaum Kontakt mit daheim habe und ob ICH denn bei den Feierlichkeiten THEATER spielen wollte!!! Mir ist am Telefon die sprichwörtlich die Klappe herunter gefallen. Er war natürlich angetrunken, ich wurde stinksauer, dass er ausgerechnet mir sein Verhalten andichtet und habe ihn auf der Stelle aufgeklärt, dass ich in meinem selbstbestimmten Leben noch nie Theater gespielt hätte und das im übrigen auch so halten werde. In einem Moment sah ich während der Hochzeitsfeier meinen Vater betrunken Streit anfangen und habe mich noch im selben Moment am Telefon dazu entschieden, sofort die Konsequenz zu ziehen - ich lud ihn aus!!! Als nächstes hat er dann meine Mutter bedroht, er werde sie erschießen, wenn sie zu meiner Hochzeit führe. Super feeling im Vorfeld einer Hochzeit, kann ich nur sagen. Meine Mutter ließ sich zum Glück nicht beirren und kam mit meiner Oma und es wurde ein sehr nettes Fest.
Nee, das mit dem Theater ist schon lange History bei mir, was jedoch, wie schon weiter oben mal erwähnt, bei mir ab und an eher ins Gegenteil umschlägt, nämlich dass ich zu offen bin. Auch nicht immer die beste Eigenschaft! Aber ich habe mir geschworen, dass ich mir lieber in einer Situation "die Finger verbrenne", als mir anderntags nicht mehr im Spiegel in die Augen schauen zu können. Dadurch bin ich auch ein Charakter, an dem sich wohl manches Mal die Geister scheiden. Love me or hate me - dazwischen gibt`s wenig....

@Caro

dankeschön auch für Deinen Beitrag. Smilie Du hast völlig recht, ich bin, wo immer ich hingehe. In erster Linie bin ich damals vor der Situation weggelaufen, die mir keine Luft zum Leben und keinen Platz für meine Entfaltung ließ. Alles war auf meinen Vater ausgerichtet, der stets über Gut oder Böse beschied. Meistens war alles Böse... Ich habe erst nach meinem Wegzug erfahren, dass meine Existenz und das was ich bin nicht ausschließlich auf den Leistungen meiner Eltern, vor allem meines Vaters, besteht, sondern ich auch selbst etwas kann. Und dass ich nicht so schlecht bin, wie man es mir daheim einredete. Das hat lange Jahre gebraucht. Ich denke mal, es ist der "Schock", den ich mir mit meinem Auftauchen bei der Geburtstagsfete ja freiwillig versetzt habe (wenngleich ich meinen Vater in diesem Zustand zuvor noch nicht gesehen hatte und das insofern doppelt schlimm war), der einiges wieder nach oben brachte, was ich verarbeitet geglaubt hatte.

Schon komisch - auch wenn man gelernt hat, die Situation daheim nicht mehr an sich ran zu lassen - letztlich tut es mir noch immer weh, um mich herum viele intakte Familien zu sehen in dem Wissen, dass ich sowas nie haben werde. Das tut verdammt weh, zumal ich nichtmal Geschwister habe. Meine Großmutter, der für mich wichtigste Mensch, ist vor ein paar Jahren gestorben, so dass ich letztlich schon ziemlich alleine bin, was Blutsverwandte betrifft. Ich will nicht jammern, denn ich bin schon einen weiten Weg allein gegangen und habe mich nicht unterkriegen lassen. Aber in "schwachen Momenten" trauere ich einem intakten Familienleben hinterher.

Ich habe mich, was den Alkohlismus meines Vaters betrifft, auch nie versteckt. Mein Ex-Mann wußte davon und auch meine Freunde daheim, die sich auf den Zustand meines Vaters auch ihren eigenen Reim machten. Da ich Hunderte Kilometer von daheim weg wohne, spielt meine Familiensituation in meinem Freundeskreis hier keine Rolle. Ich habe halt mal erwähnt, dass ich nur selten nach Hause fahre, weil ich mich mit den Eltern nicht so gut verstehe. Ich glaube fast, den Alkoholismus habe ich nicht wirklich erwähnt. Vielleicht hätte ich das tun sollen, aber es kam mir schlichtweg nicht in den Sinn, vielleicht weil ich die Sache für mich als zum damaligen Zeitpunkt für abgeschlossen hielt. Und jetzt habe ich die ganze Suppe wieder hochgekocht.....

Was mich eigentlich wundert: Ich nehme meinen Vater bereits seit ca. 30 Jahren als Alkoholiker wahr.... WIE um Himmelswillen funktioniert das, das die Gesundheit eines solchen Menschen so lange durchhält??? Das kann doch nicht gesund sein, über Jahrzehnte jeden Abend betrunken oder zumindest angetrunken zu sein? Jeden Tag literweise Bier in sich hineinzuschütten, mit Weinbrand gekrönt??? Ich verstehe das nicht Traurig
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Janney hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 02.02.2008, 20:44    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo janney,

schön, dass du mit deiner vergangenheit alles in allem klarkommst.

bei einer sache hab ich ja gegrinst. ich hab auch mit mitte 20 geheiratet und stand vor der situation "wie halt´ ichs mit meiner mutter?". ich hab sie schliesslich schweren herzens nicht eingeladen, weil ich einfach angst hatte, dass sie mir meine feier sprengt, indem sie sich betrinkt. in der folge hat der rest meiner verwandtschaft mütterlicherseits abgesagt, weil sie das so unmöglich fanden. ich fands trotzdem richtig. die ehe hat übrigens auch nicht gehalten Winken.

dann nochmal zum theaterspielen. ich meine das garnicht so sehr in bezug auf meine alki-eltern, meine freunde wissen alle davon, und daher muss ich auch nicht erklären, warum ich zum beispiel an weihnachten meine mutter nicht sehe oder sie nicht besuche, und wenn, dann nur auf zwei stunden in einem café (sie wohnt 300 km von mir entfernt). das theaterspielen meine ich eher in bezug auf weiter entfernte menschen. bekannte, kollegen. da wirds schon schwerer zu erklären, warum man seine mutter allenfalls einmal im jahr sieht, wenn überhaupt. oder so zu tun, als mache es einem nichts aus, weihnachten alleine zu verbringen, oder dass die eigene mutter den geburtstag "vergisst". ich hab auch keine geschwister, und meine liebste verwandte war meine großmutter, die auch schon einige jahre tot ist. und ich denke, hier tut man - ich zumindest - immer noch so, als sei das alles "nicht so schlimm", obwohl ich natürlich meine kollegen glühend beneide, die von familie erzählen, der eigenen und der herkunftsfamilie. und dann kommt auch schon groll hoch auf meine eltern, die mir kein "normales" aufwachsen ermöglicht haben.

zu deiner frage, wie man das trinken körperlich so lange aushält: keine ahnung. meine mutter treibt es mittlerweie auch seit 35 jahren, mal mehr, mal weniger. da wundere ich mich auch....

und zu dem ausbruch bei den wirtsleuten. ich denke, das zeigt dir ganz deutlich, dass deine geschichte nur verbuddelt und nicht verarbeitet ist. ich kenne das auch von mir früher. wenn ich was getrunken hatte und jemand unwissentlich den richtigen knopf gedrückt hat, ist aus mir auch alles nur so rausgesprudelt, dass ich mich nachher geschämt hab. konsequenz (zumindest für mich): finger weg vom alkohol, solange man sich nicht in absolut vertrauter umgebung befindet. weil ich genau weiss, dass die wunden eben immer noch nicht richtig geheilt sind, trotz der langen zeit, die vergangen ist, trotz therapie und allem. ich denke auch, die trauer um eine verlorene kindheit und der schmerz um das "unheile" leben, das wir immer noch führen - zumindest in uns - wird wahrscheinlich auch nie vergehen.

liebe grüße

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 09:51    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo lavendel,

was entfernte Menschen oder Kollegen betrifft, ist das so eine Sache. Da sage ich auch bewußt nicht, dass ich aus einer Alkoholikerfamilie komme, weil ich diesen Umstand als in etwa so privat wie meinen Kontostand betrachte. Ich möchte diese Schwierigkeiten nicht wie ein Schild vor mir hertragen, weil ich weder kollegiales Hinter-dem-Rücken-reden noch Mitleid erzeugen möche.

Und gestern Abend war es übrigens soweit: Meine Mutter rief an! Zunächst natürlich der Vorwurf, dass ich mich ja so gar nicht gemeldet hätte nach meiner Rückfahrt. Naja, ich hatte mich schlichtweg vor dem Gespräch gefürchtet. Nachdem ich mich für die Einaldung nochmals bedankt hatte und sie dann zu mir meine, dass es doch eine schöne Feier war, entstand folgender (verkürzter) Dialog:

Mutter: Aber es war doch eine schöne Feier, fand ich.
Janney: Ja, aber ich habe mich teilweise ganz schön unwohl gefühlt. Da waren 2 Ehepaare, die mich den ganzen Abend beobachtet haben.
Mutter: Ja, aber dafür kann ich doch nichts!
Janney: Das habe ich auch nicht gesagt. Ich wollte Dir das nur sagen. Außerdem habe ich mich erschrocken, wie Papa aussah. Er ist inzwischen schwerer Alkohliker, da muß man eigentlich was machen. Er muß dringend zum Hausarzt und dann in eine Entzugsklinik.
Mutter: Ja, aber er trinkt doch nicht ständig! Ich habe ihm an dem Tag auch gesagt, er soll nicht soviel trinken!
Janney: Nur weil er nicht täglich trinkt, heißt das nicht, dass er kein Alkoholiker ist! Ich habe mich während der Feier wirklich teilweise unwohl gefühlt, so jämmerlich verquollen und weinerlich wie er dort auftrat! Ich weiß aber auch nicht, wie ich da helfen kann, Zwangseinweisung geht ja wohl nicht und er selbst will nicht.
Mutter: Du hast ja recht, dass er viel trinkt, aber das macht er ja nicht immer. Und wenn man ihn darauf anspricht, gibt es gleich Krach.
Janney: Er trinkt nicht viel, er ist ALKOHOLIKER!!! Du kannst wohl kaum sagen, dass das normal ist, wenn jemand sein ganzes Leben lang täglich Alkohl trinkt und das auch schon auf der Arbeit.

Den Rest erspare ich Euch... Wir sind zu dem Schluß gekommen, dass es ohne seine Mitarbeit nicht geht und die gibt es nicht. Ich habe dann noch gesagt, dass ich es nicht ertrage, ihn in seinem derzeitigen Zustand wieder zu sehen. Ich fand es unglaublich, dass meiner Mutter das A-Wort nicht über die Lippen kommen wollte! Typisch Co, nachdem was ich hier so gelesen habe, aber ich kann das immer noch nicht verstehen. Ist wohl die eigene Verdrängung....

Aber ich habe hier zumindest auch schon etwas über mich gelernt... Mein Bestreben, es allen Menschen in meiner Umgebung recht machen zu wollen, ein gewisser Hang zum Perfektionismus, kommt wohl durch den Alkohol-Zusammenhang bzw. das Co-Dasein. Ebenso meine extreme Anti-Reaktion auf "Theaterspiel" und meine Selbstzweifel samt Minderwertigkeitsgefühl. Das hilft schonmal ein wenig....
Ich wünsche allen Forenteilnehmern einen schönen Sonntag! Hier scheint die Sonne, es hat gefroren, aber es scheint ein wunderbarer Tag zu werden...

LG Janney
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Janney hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Janney
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 31.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 10:21    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Winken lavendel, mir fällt nochwas ein....

(wir scheinen da ja wirklich eine teilweise ähnliche Geschichte zu haben)...
Winken
Ich habe es meiner Stiefmutter damals auch hoch angerechnet, dass sie trotzdem kam. Sie hat es gegenüber meinem Vater dann so begründet, dass sie alleine schon wegen der Reisebegleitung meiner schon damals etwas betagteren Oma, die nichts und überhaupt nichts von der Teilnahme an der Hochzeit ihrer Enkelin abgehalten hätte, mitkommen müsse. Das fand ich gut. Und meine Oma, eine starke und wenn nötig, auch streitbare Frau mit phänomenalem Durchblick, war gegenüber ihrem Sprößling schon immer offen. Ich erinnere mich schon aus frühen Kindertagen, dass sie in Auseinandersetzungen meinem Vater oft sagte, er sei Alkoholiker. Er hat es wohl bis heute nicht kapiert.

Was die Gaffer betrifft: Die Situation verfolgt mich noch immer und inzwischen nervt es mich, dass ich damals nicht einfach zu beiden Paaren hingegangen bin und sie jeweils gefragt habe: Guten Abend, kann ich ihnen helfen oder sonst etwas dazu tun, damit Sie mich nicht den ganzen Abend anstarren müssen? - Kennst Du das auch, dass Dich solche "verpaßten" Situationen lange Zeit quasi verfolgen? Mir geht das ziemlich oft so und das ist lästig und manchmal quälend, weil ich denke, dass ich mir das Problemewälzen mit etwas mehr Schlagfertigkeit bzw. einer anderen Reaktion meinerseits hätte ersparen können..... Manchmal habe ich wegen solcher Gedanken auch schlaflose Nächte. Ätzend.

Theaternachtrag: Ich sage auf Nachfragen meistens, dass wir uns in der Familie nicht so gut verstehen. Das gibt es heutzutage ja leider häufiger. Wenn ich überhaupt keine Lust auf Erklärungen habe, sage ich auf die Frage, ob ich Weihnachten auch nach Hause fahre, einfach ja. Ich stehe zwar überhaupt nicht auf Lügen, aber es verhindert weiteres Nachfragen und macht es so für mich leichter.

Übrigens haben die Wirtsleute offenbar beim letzten Vereinsabend meiner Mutter davon erzählt, dass ich noch bei ihnen war. Aber es fiel offenbar kein Wort über meinen Ausbruch, weil meine Mutter recht amüsiert war, als sie mich darauf ansprach. Das fand ich ganz gut. Es hätte ihr bestimmt nicht gefallen, frontal von den beiden darauf angesprochen zu werden.

lavendel hat Folgendes geschrieben:

und zu dem ausbruch bei den wirtsleuten. ich denke, das zeigt dir ganz deutlich, dass deine geschichte nur verbuddelt und nicht verarbeitet ist. ich kenne das auch von mir früher. wenn ich was getrunken hatte und jemand unwissentlich den richtigen knopf gedrückt hat, ist aus mir auch alles nur so rausgesprudelt, dass ich mich nachher geschämt hab. konsequenz (zumindest für mich): finger weg vom alkohol, solange man sich nicht in absolut vertrauter umgebung befindet. weil ich genau weiss, dass die wunden eben immer noch nicht richtig geheilt sind, trotz der langen zeit, die vergangen ist, trotz therapie und allem. ich denke auch, die trauer um eine verlorene kindheit und der schmerz um das "unheile" leben, das wir immer noch führen - zumindest in uns - wird wahrscheinlich auch nie vergehen.
l


Ja, in unsicherer Umbebung bin ich sonst auch immer vorsichtig.... Das wäre auch alles gut gegangen - wir waren ja schon auf dem Heimweg - wenn die Wirtsleute uns nicht gedrängt hätten, nachher noch zu ihnen zu kommen. Ich wollte erst nur Wasser, aber man weiß ja, wie das ist.... Und ich war in dem Moment schon etwas zu schwach und müde, um dann das bereits eingeschenkte Glas stehen zu lassen. Man will einer freundlichen, neuen Bekanntschaft und dazu noch den einzigen, die ein wirklich nettes Gespräch an diesem Abend mit mir führten, nicht vor den Kopf stoßen... Und dann ging`s plötzlich los. *seufz* Sowas ist mir, ganz ehrlich, zuvor auch noch nie passiert. Mit etwas Abstand zu diesem Vorfall denke ich, dass es wohl auch unter der Einwirkung des Schreckens passierte, den ich bekam als ich den Zustand meines Vaters sah....

Vielleicht habe ich ja Glück, und das war`s für die nächsten Jahre. Trotzdem frage ich mich ab und an bangen Herzens, was jetzt als nächstes passiert, wenn mein Vater so weitermacht, ohne sich selbst zu erkennen und helfen zu lassen...

LG Janney
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Janney hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
lavendel
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.05.2006
Beiträge: 2869

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 20:44    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo jeanny,

Janney hat Folgendes geschrieben:
Was die Gaffer betrifft: Die Situation verfolgt mich noch immer und inzwischen nervt es mich, dass ich damals nicht einfach zu beiden Paaren hingegangen bin und sie jeweils gefragt habe: Guten Abend, kann ich ihnen helfen oder sonst etwas dazu tun, damit Sie mich nicht den ganzen Abend anstarren müssen? - Kennst Du das auch, dass Dich solche "verpaßten" Situationen lange Zeit quasi verfolgen? Mir geht das ziemlich oft so und das ist lästig und manchmal quälend, weil ich denke, dass ich mir das Problemewälzen mit etwas mehr Schlagfertigkeit bzw. einer anderen Reaktion meinerseits hätte ersparen können..... Manchmal habe ich wegen solcher Gedanken auch schlaflose Nächte. Ätzend.


jein. zu deiner situation fallen mir zwei sachen ein. das eine ist, dass ich früher auch immer alles mögliche auf mich bezogen habe. wie die stimmung irgendwo ist, ob ich mich "adäquat" verhalten haben, was andere in mir lesen, was sie von mir denken, ob sie mich mögen, ob ich mich "richtig" verhalten habe.... und all das in situationen, in denen "normale" menschen überhaupt keinen gedanken darauf verschwendet hätten. ich hab irgendwo mal gelesen, dass gerade alki-kinder buchstäblich "unheimliche" antennen für situationen und stimmungen entwickeln. und sich eben sehr viel häufiger als andere angesprochen fühlen. in deiner situation tippe ich einfach mal, dass du dich unwohl fühltest und jedes dich ansehen genau darauf bezogen hast, dass du nicht bei deinen eltern übernachtest. aber weisst du, ob diese beiden ehepaare das 1. wussten und 2. dich deshalb angesehen haben? nein, oder? mir scheint das eher eine projektion zu sein, denn, sei mal ehrlich: gibt es bei einer geburtstagsfeier nicht spannendere themen, als ob die tochter bei den eltern übernachtet?

mag sein, dass dir das jetzt relativierend vorkommt. mir aber helfen solche gedanken, wenn ich mir das leben unnötig schwer mache. wenn ich mir sage, ich bin nicht der mittelpunkt des interesses, und selbst wenn: was kratzt es mich? ich hab eine handvoll leute, bei denen es mir wichtig ist, was sie von mir denken. beim "rest" der welt ist mir das schnurz, zumindest solange ich mit mir im gleichgewicht bin. und das ist das wirklich wichtige in meinem leben: wie schaffe ich es, dass ich mit mir in meinem leben zufrieden bin? wenn ich das bin, ist mr der rest egal. wenn ich das nicht bin, bin ich anfällig für die meinung anderer. was wieder typisch alki-kind ist, und davon wollen wir doch weg, gelle Winken?

naja, und dass man sich im nachhinein über situationen ärgert, weil man nicht schlagfertig genug war? ja, das kenne ich auch, aber das halte ich eher für ne charaktersache, und das hängt auch sehr vom thema, der eigenen befindlichkeit und den beteiligten personen ab. manchmal geht das, manchmal eben nicht. klar ärgere ich mich darüber auch, manchmal wochenlang, aber auch sowas kann ich mir (mittlerweile) verzeihen. shit happens, und beim nächsten mal passiert mir das nicht wieder...

liebe grüße

lavendel
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lavendel hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 21:39    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janney!

Zitat:
Die Situation verfolgt mich noch immer und inzwischen nervt es mich, dass ich damals nicht einfach zu beiden Paaren hingegangen bin und sie jeweils gefragt habe: Guten Abend, kann ich ihnen helfen oder sonst etwas dazu tun, damit Sie mich nicht den ganzen Abend anstarren müssen? - Kennst Du das auch, dass Dich solche "verpaßten" Situationen lange Zeit quasi verfolgen? Mir geht das ziemlich oft so und das ist lästig und manchmal quälend, weil ich denke, dass ich mir das Problemewälzen mit etwas mehr Schlagfertigkeit bzw. einer anderen Reaktion meinerseits hätte ersparen können..... Manchmal habe ich wegen solcher Gedanken auch schlaflose Nächte. Ätzend.


Das kenne ich, und es ist soo schrecklich! Ich habe auch einige Situationen erlebt, die mich noch monatelang verfolgten, weil ich nicht den Mut aufbrachte, den Mund zu öffnen und etwas zu sagen! Bevor ich mich wiederhole und alles nochmal aufschreibe: Schau zum Beispiel mal in meinem Thread auf Seite 23 zu meinem Beitrag vom 21.10.2007, 19:18 Uhr.

Das verfolgt mich heute noch, besonders nachts, und mir fallen so viele Dinge ein, die ich diesen Leuten sagen möchte, so viele kluge Sprüche und Antworten, einfach, um zu kontern, doch es ist vorbei, ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und muss damit klarkommen, dass diese Leute mich wohl „besiegt“ haben, weil ich es nicht fertig gebracht habe, mich zu verteidigen… Man ärgert sich so sehr über sich selbst!

Ich versuche dann wie Lavendel, es beim "nächsten Mal" besser zu machen, doch irgendwie passiert dann wiederum was ganz anderes, und Schlagfertigkeit habe ich bis heute nicht gelernt, zumindest nicht bei fremden Leuten. Immer stehe ich mit aufgerissenen Augen da und sage gar nichts mehr, wenn sowas passiert...

LG, Nelly
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Nelly81 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 21:40    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ach Mensch, ich bin nun seit fast 7 Monaten hier und habe immer noch nicht gelernt, wie man zitiert! Mit den Augen rollen Verlegen Geschockt

Also das Blaue ist Deins, Jeanny, und das im weissen Feld ist mein Text... Verlegen

Sorry!
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Nelly81 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben
Nelly81
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2007
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 21:41    Titel: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Wie BLÖD das aussieht!!!! Sorry nochmal....
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Nelly81 hat zum Thema: Re: Hallo, hier bin ich –wer da? geschrieben

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