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Jutte
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.01.2008
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Alter: 32

BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 19:58    Titel: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mein Beitrag richtet sich vor allem an die Trockenen.
Wie ich schon schrieb, komme ich aus einer Trinkerfamilie und da nur noch meine Mutter lebt, die nach wie vor trinkt, richtet sich die Frage eigentlich an sie, wird von ihr wohl aber immer unbeantwortet bleiben.
Ich möchte gerne wissen, ob der Abhängige in seiner "aktiven" Phase mitbekommt, was er seinem Umfeld antut. Vor allem den Kindern.
Ich hatte und habe auch immer noch das Gefühl, dass meine Mutter viele Dinge mit böser Absicht getan hat. Wahrscheinlich tue ich ihr damit unrecht, aber ich schwanke permanent zwischen Mitgefühl für sie und blankem Hass.
Zumal sie selber aus einer Alkoholikerfamilie kommt und es doch eigentlich besser hätte wissen müssen.
Meine erste Therapie zum Beispiel hat sie von Anfang an nieder gemacht : "Die Tante wird Dir eh erzählen, dass Deine Mutter Schuld an allem ist." Wenn ich dann einen meiner Heulanfälle bekam wurde das mit einem lapidaren "Dann mußte einmal weniger auf´s Klo!" abgetan.
Meine Kindheit war bestimmt nicht nur schlecht, ich erinnere mich aber, wenn überhaupt, nur an die schlechten Dinge (z.B. im Alter von 6 Jahren nach der Schule meinen Vater im überschwemmten Bad gefunden, nach dem er sich übergeben hat usw.)
Über solche Dinge (u.a. armseliger "Suizid"versuch meiner Mutter) wurde bei uns nie ein Wort verloren.
Denn wir Kinder waren ja Schuld an dem ganzen Elend, zumindest hatte ich immer das Gefühl, allerdings muß ich dazu sagen, dass ich äußerst sensibel bin Verlegen Aber vermutlich resultiert das auch aus meiner Kindheit.
Also merken die Personen, dass man eigentlich alles versucht, um eine einigermassen angenehme Stimmung zu halten? Wie sehr Angehörige darunter leiden? Kann ich meiner Mutter überhaupt einen Vorwurf daraus machen, dass sie unseretwegen nie mit dem Saufen aufgehört hat, ja sogar heute noch mich als das schwarze Schaf der Familie sieht, weil ich alles "zerstört" habe und nur an mich gedacht habe, als ich Hilfe vom Jugendamt in Anspruch nahm?
Entschuldigung, dass es doch ein solanger Bericht geworden ist, aber da sind so viele Emotionen, die das gezielte Schreiben schwer machen.
Bin gespannt auf Antworten.
Lieben Gruß
Julia
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Jutte hat zum Thema: Verstehen! geschrieben
tini8
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 627
Alter: 42
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 21:48    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jutte! Gut, dass du dich hier angemeldet hast! Du hast ja auch schon ein bisschen gelesen, stimmts? Du wirst sehen, alleine der Austausch hilft schon ganz enorm.

Ich weiß auch nicht, ob die Alkoholiker wissen, was sie ihrer Umgebung antun. Bzw.: Da die meisten ja Meister im Verdrängen sind, schieben sie das wohl auch einfach so weg. Meine Mutter (die momentan gerade trocken ist) sagt: "Ja, ich habe mich dafür gehasst, wenn ich getrunken habe. Ich habe mich dafür gehasst, dass ich das mit euch Kindern eben nicht so gut hingebracht habe." Naja. Ich weiß nicht, ob sie realisiert, dass ich mich jetzt seit 30 Jahren mit ihr quäle und herumschlage und sie mein ganzes Leben prägt.

Mittlerweile glaube ich, dass viele Alkoholiker auch einfach gar nicht die Kraft dafür haben, an etwas anderes als an ihre Sucht, die Vertuschung ihrer Sucht und die Aufrechterhaltung ihrer perfekten Fassade zu denken. So ist das jedenfalls bei meiner Mutter.

Jedenfalls hast du sehr viel Mut bewiesen, als du dir hast helfen lassen. Das verdient größten Repsekt. Natürlich macht deine Mutter dir dafür Vorwürfe. Aber SIE hat getrunken, nicht du!! Du ahst ihr auch nicht die Flasche an den Mund gehalten. Sie hat ihr Leben zerstört und deines mit hineingezogen, udn nciht umgekehrt. Aber genau mit diesem Muster, an allem schuld zu sein und sich dementprechend für alles verantwortlich zu fühlen, werden wir alle groß. Und es ist einfach genau andesherum!!! Und das zu erkennen, ist der Anfang für eine Wende, denke ich.

So, das war jetzt ganz schön viel! Tschuldige, aber villeicht konnte ich dich damit ein bisschen trösten? Viele liebe Grüße, tini
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tini8 hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
Jutte
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.01.2008
Beiträge: 14
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 22:28    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo tini,
ich habe ihr sicher nicht direkt die Flasche an den Mund gehalten aber doch immer brav den "Stoff" besorgt. Ebenso nach ihrem Klinikaufenthalt den Alk nur versteckt und eben nicht weggeschüttet. Das wäre vermutlich ein Drama gewesen.
Ja, aber trotzdem bleibt immer die Frage, wie bei vielen hier wahrscheinlich, warum konnte ich nicht mehr tun.
Gut, das eigene Leben noch mehr in den Hintergrund rücken wäre vermutlich nicht möglich gewesen und "hätte, wäre, könnte" bringt irgendwie nix ist aber großer Bestandteil meines Denkens geworden.
Ja, ich muß sagen, einfach das Aufschreiben hilft und das Wissen, dass es Leute gibt, die ähnlich "ticken".
Denn viele Aussenstehende verstehen einen nicht. Selbst meine Oma (Mutter meines Vaters) findet es komisch, dass ich zu meiner Mutter keinen Kontakt mehr habe.
Ich weiß selber nicht, ob der Kontaktabbruch gut ist oder eben nur wieder eine Flucht wie viele. Konfliktscheu nennt man das, glaub ich, auch gerne.
Oh je, schon wieder so viel über mich geschrieben Verlegen
Der Bericht über Deine Mutter hilft mir vielleicht tatsächlich ein wenig, das ganze besser zu verstehen. Dafür muß ich es aber erstmal in mein ganzes Denken einbasteln.
Lieben Gruß
Julia
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Jutte hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
klarerkopf
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 31.12.2007
Beiträge: 122
Alter: 47
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:08    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jutte,
da Du, wie Du eingangs schriebst, Deine Frage an alle "Trockenen" richtest, schreibe ich Dir auch ein paar Zeilen.

Mein Vater ist Alkoholiker, ich war auf dem besten Weg dorthin, habe aber dann mittels professioneller Hilfe "die Kurve gekratzt", kann Dir jetzt aber ein paar Dinge dazu sagen.

In meiner aktiven Zeit ist es mir nicht aufgefallen, was ich meinem Umfeld - vor allem der Ehefrau und den zwei Kindern - antue. Man ist in dieser Zeit in einer Art Suchtkreislauf, d. h. man ist nicht fähig, auf Kritik zu reagieren und ich glaube auch, dass wenn Deine Mutter je mit dem Trinken aufhören würde und einige Zeit trocken wäre, Ihr sehr viele Dinge leid täten. Man schiebt in der Trinkerphase immer die Schuld anderen zu, oft glaube ich, man kann ja nicht anders, weil man in diesem Kreislauf gefangen ist.
Diese Zeilen sollen jetzt kein Mitleid für Deine Mutter erzeugen.

Wie ich gelesen habe, hast Du selten Kontakt zu Deiner Mutter, ich habe auch zu meinem trinkenden Vater selten Kontakt und ich sage für mich, das ist gut so. So tue ich mir am leichtesten, er soll sein Leben so weiterleben und meines wird er damit nicht (mehr) beeinflussen.


Denn ein Trinker wird erst aufhören - wenn überhaupt - , wenn er irgendwann komplett am Boden zerstört ist oder sich irgendetwas "einschneidendes" für ihn ereignet.

Aber wie gesagt, manche hören nie auf, und trinken sich ins Grab, kenne einige Fälle - ich kann Dir sagen, ein sehr trauriges Ende.

Freue mich, wieder von Dir zu hören.

LG
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klarerkopf hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6709

BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:26    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo jutte

ich kann dir nur schreiben was ich glaube, weiß aber net ob es auch stimmt.

ich denke den meisten alkoholikern ist schon klar, dass sie ihren angehörigen viel mit ihrer sucht antun - das volle ausmaß werden sie aber auch wenn sie trocken sind nie verstehn - das muss man einfach selber erlebt ham. is ja umgekehrt genauso, egal wieviel wir lesen, reden etc. richtig nen alkoholiker verstehn wern wir wohl net.

meine mutter hat mal betrunken zu meinem kleinen bruder indirekt gesagt, dass er schuld ist an ihrer trinkerei. paar tage später als sie nüchtern war, hab ich ihr das gespräch wiedergegeben, sie war total geschockt davon und hat sich bedankt, dass ich es ihr gesagt hab. hab dann von meinem bruder erfahren, dass sie mit ihm geredet hat, ihm gesagt hat das er keine schuld hat, nur sie selbst und ihm auch angeboten mit ihm zu nem kinderpsychologen zu gehn, wenn er will (er will natürlich net).

aber wenn der drang zu trinken wieder da ist, dann ist ihr alles egal, hauptsache sie hat ihren stoff.

liebe grüße
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summerdream hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
Jutte
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.01.2008
Beiträge: 14
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:29    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo klarerkopf,
danke für die Antwort.
Ich habe seit ca.3 Jahren gar keinen Kontakt mehr zu dieser Person. Und den Punkt ganz am Boden hatte sie eigentlich schon, dass war die schlimmste Erfahrung meines Lebens, ich zittere immer noch am ganzen Körper, wenn ich daran denke... wen es interessiert, der darf gerne Fragen. Puh, wieviel man doch verdrängt fällt mir grad wieder auf.
Das heißt, es würde auch gar nichts bringen, ihr beispielsweise einen Brief zu schreiben (der vermutlich eh nur voll von Vorwürfen wäre)?
Oder bringt das wenigstens für mich eine "Befriedigung"?
Lieben Gruß
Julia
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Jutte hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
klarerkopf
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 31.12.2007
Beiträge: 122
Alter: 47
Wohnort: Österreich

BeitragVerfasst am: 20.01.2008, 00:10    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Julia,

für Dich würde ein Brief an Sie sicher auf gewisse Weise "Befriedigung" verschaffen und zwar deswegen, weil Du damit "ein bisschen Dampf ablassen" kannst für erlittene Qualen in der Vergangenheit. Natürlich wirst Du ihr Dinge vorwerfen, aber wenn Du das Ganze sachlich angehst, wirst Du ihr sicher die eine oder andere Frage stellen. Bedenke auch, dass es Ursachen für den Alkoholismus gibt. Sehr oft sind diese in der Kindheit zu finden.

Das soll jetzt nicht als Ausrede gelten, dass man dem Alkohol zugeneigt ist.

Mich würde auch interessieren, dieser Punkt ganz unten Deiner Mutter, vielleicht geht´s Dir diesbezüglich dann besser, sind eh alle anonym hier.

Nochmal zum Brief:

Ein aktiver Alkoholiker, ich war´s auch, kann den Brief, den Du schreiben (wirst), nur realisieren, wenn er zwischendurch mal eine Zeit lang nicht trinkt und einen klaren Kopf hat, denn dann kann er nachvollziehen, was die Gedanken eines Angehörigen sind. Dabei wirst Du auch einen wunden Punkt treffen - mit Recht - ich bin aber auch der Meinung, das Deine Mutter das nicht verkraften wird und so oder so wieder zum Glas greift.
Hier brauchen wir uns nichts vormachen, auch wenn man es nicht wahrhaben will, der Alkoholismus ist eine verdammte Krankheit!

Mir fällt dazu immer die Geschichte vom kleinen Prinz ein, ich erzähl´ sie Dir:

"Warum trinkst Du?" fragte der kleine Prinz den Säufer.
"Um zu vergessen", sagte der Säufer.
"Um was zu vergessen?" erkundigte sich der kleine Prinz, der ihn schon bedauerte.
"Um zu vergessen, dass ich mich schäme" gestand der Säufer und senkte den Kopf.


LG k.k.
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klarerkopf hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben
Jutte
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.01.2008
Beiträge: 14
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 20.01.2008, 00:42    Titel: Re: Verstehen! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo klarerkopf,
dass meine Mutter überhaupt mal nüchtern sein wird, wage ich zu bezweifeln.
Ich kenne einige Ursachen bei meiner Mutter: ihre Mutter war genauso und vermutlich S** Mißbrauch. Aber da ich beides auch durchhabe, ist dass für mich keine wirkliche Entschuldigung...
Der Punkt, den ich ansprach, sah folgendermaßen aus. Ich muß leider etwas ausholen und entschuldige mich schon mal im Vorfeld dafür.
Aus irgendeinem Grund hatte ich mich mit meiner Mutter ins Flicken gekriegt und meiner Schwester (10 Jahre jünger und in meinen Augen immer die Stärkere von uns beiden) wurde das zu bunt, dass sie abhauen wollte. Im Alter von elf (glaub ich damals)Jahren!!!
Wir also nach langem hin und her abends zu einer Freundin von mir...
Jedenfalls am nächsten Abend wieder zuhause, meine Mutter zerfließt in Selbstmitleid, was sie doch füe eine schlechte Mutter sei usw.
Nächster Morgen, Telefon tot (Gott allein weiß, warum ich an diesem Morgen telefonieren wollte) und ich finde meine Mutter im Schlafzimmer neben meiner Schwester im Bett. Vollgepumpt mit Tabletten und Alkohol. Notarzt, das volle Programm eben.
Wir uns Hilfe beim KuB geholt, die uns zum Jugendamt geschickt, innerhalb einer Woche Heimplatz für meine Kleine organisiert, also alles super schnell und heute noch total unwirklich für mich.
Jedenfalls ging´s dann los: Meine Mutter hat nur noch getrunken, nichts mehr gegessen, nicht mehr auf die Strasse, nicht mal mehr auf die Toilette hat sie es geschafft, es landete alles im Bett.
Ich habe relativ spät erst die ganze Geschichte mitbekommen, meine Schwester fuhr zu der Zeit noch regelmäßig dahin und hat mir nicht erzählt, wie schlimm es steht.
Die Frau konnte nicht mehr laufen oder sprechen. Ich jedenfalls als gute Tochter (ich hatte zu der Zeit ja nur Streß mit dem Staatsexamen) gleich wieder die Verantwortung an mich gerissen und hingefahren, den SPD informiert und was tun diese Vollidioten? NICHTS. Die Bude hat gestunken, alles verwahrlost und die sagen mir, wenn die nicht möchte, dann kommt sie auch in keine Klinik.
Eine Freundin meiner Mutter hat diese Leute am Telefon dermaßen in den Kartin gefaltet, dass sie doch endlich für ein halbes Jahr wegkam (nach dem "Suizid" durfte sie nach einer Woche wieder raus).
Ich schäme mich so sehr, aber ich muß es jetzt wohl zugeben: Ja, ich habe mich um ALLES gekümmert in der Zeit. Den Rentenantrag meiner Mutter, die Mietzahlungen und das vollgeschissene (entschuldigung) Bett, nebenbei noch meine Schwester besucht, mich um meine Zukunft auch irgendwie bemüht... Oh man, wenn ich daran zurückdenke. Der Horror. Aber was man alles schafft...
Jedenfalls dachte ich, dass wäre doch ein guter Zeitounkt für sie aufzuhören. Ich meine, sie hat sich in der Zeit fast zu Tode gesoffen und das erste, was sie nach dem Klinikaufenthalt macht: sich ein Bier auf.
Nein, wenn ich schon beim "Gestehen" bin, muß ich sagen, dass ich ihr ein Bier bringen sollte und das habe ich getan und innerlich ist jede Hoffnung in mir zerbrochen. Keine Ahnung, warum ich das getan habe. Stimmt nicht, jedes Mitgefühl, Hoffnung habe ich immer noch. Ja, Schuldgefühle hatte ich deswegen sehr lange und auch heute noch frage ich mich, hätte sie es schaffen können, wenn ich einfach sämtlichen Stoff in der Zeit entsorgt hätte?
Also, scheinbar war es doch nicht ihr persönlicher Tiefpunkt?
Das mir das immer noch so an die Nieren geht hätte ich jetzt nicht gedacht, aber es ist raus.
Wahrscheinlich etwas wirr.
Lieben Gruß
Julia
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Jutte hat zum Thema: Re: Verstehen! geschrieben

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