blonder-m neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 2 Alter: 44 Wohnort: Glueckstadt
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Verfasst am: 13.01.2008, 10:56 Titel: Mein Leben |
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…..und da ist doch ein Licht!
Die Lebensgeschichte des alkoholsüchtigen Andreas P.
Warum ich euch meine Geschichte erzähle? Nun, das hat verschiedene Gründe. Erstens ist es mir ein Bedürfnis, anderen Betroffenen Mut zu machen. Mut, den man braucht, um den Schritt aus der Alkoholabhängigkeit in ein neues Leben zu wagen. Zweitens soll dem Leser deutlich werden, wie wichtig es ist, sich anderen Menschen anzuvertrauen, wenn man mit seinen Problemen meint, alleine dazustehen und in der eigenen Ausweglosigkeit zum Alkohol oder anderen Suchtmitteln greift. Drittens hilft mir die Veröffentlichung meiner Lebenswegbeschreibung dabei, mir meine eigene Trockenheit zu bewahren, denn je mehr Menschen wissen, was mit mir geschehen ist, desto mehr Menschen werden mich in meiner Abstinenz unterstützen und mir den nötigen Halt geben, wenn ich wieder in Lebenssituationen komme, in denen ich früher zur Flasche gegriffen hätte.Und als letztes soll dieser Artikel auf die Wichtigkeit von Selbsthilfegruppen aufmerksam machen, die jedem, auch dem, der noch Zweifel hat, ob er süchtig ist oder nicht, mit den Mitteln der Hilfe zur Selbsthilfe beistehen wird, wenn er es am nötigsten braucht, nämlich dann, wenn er den ersten Schritt aus der Sucht machen will.
Mein Name ist Andreas. Ich wurde vor 39 Jahren in Hamburg geboren. Meine Mutter war mit der Erziehung meiner zwei Jahre älteren Schwester und mir völlig überfordert, da mein alkoholkranker Vater die Familie schon länger verlassen hatte. Darum gab sie meine Schwester und mich, als ich zwei Jahre alt war, in ein Kinderheim. Mein Vater hat es dann tatsächlich geschafft, nach etwa einem Jahr meine Schwester aus dem Kinderheim zu holen und ich habe dann natürlich ständig gedacht, dass er auch mich irgendwann holen würde, was natürlich nie geschah. Im Alter von fünf Jahren wurde ich dann von einer Familie adoptiert, die bereits zwei leibliche Kinder hatte. Bei meiner Adoptivfamilie handelte es sich um überaus gläubige Menschen und ich sollte deshalb natürlich auch in christlichem Verständnis erzogen werden. Da ich aber immer noch hoffte, dass mich irgendwann mein Vater wieder abholen würde, wehrte ich mich mit aller Macht gegen das „Familienleben“. Ich kann heute sagen, dass ich einfach von meiner Seite aus nicht in diese Familie gehören wollte. Mit etwa dreizehn Jahren fing ich dann an, zu rauchen. Warum? Ganz einfach deshalb, weil in meiner Hauptschulklasse alle rauchten und ich wollte dazu gehören. Und zu dieser Zeit hatte ich auch den ersten Kontakt zum Alkohol, denn bei meiner Konfirmation bekam ich mein erstes Glas Sekt, um mit den Gästen anzustoßen. Ich war an diesem Tage noch nicht betrunken, trank aber von da an immer öfter, allerdings in unregelmäßigen Abständen, Bier. Mit vierzehn Jahren kam dann auch der erste richtige „Brand“. Auf einer Himmelfahrtfeier hieß das Motto: Wer eine Flasche Apfelkorn auf Ex austrinkt, ist der Größte. Ich trank natürlich die Flasche auf Ex aus. Das Ende vom Lied war, dass mich meine Freundin am gleichen Abend volltrunken aus einem See zog, in dem ich mich ertränken wollte. Das wurde mir zumindest am nächsten Tag erzählt. Ich habe allerdings aus diesem ersten, negativen Erlebnis keine Lehren gezogen und munter weiter getrunken. Rückblickend möchte ich mein damaliges Trinkverhalten aber noch nicht als Suchtmäßiges Trinken bezeichnen. Ich konnte mit dem Alkohol eben umgehen. Ich habe dann einen mehr oder weniger guten Hauptschulabschluss hinbekommen, und mit fünfzehn habe ich dann Hals über Kopf eine landwirtschaftliche Lehre angefangen. Nicht etwa, weil ich einen unbändigen Drang nach Ackerbau und Viehzucht verspürte, sondern weil ich ganz einfach aus der Familie, bei der ich mich nie wohl gefühlt hatte, weg wollte. Das gelang mir nun, denn ich wohnte bei meinem Bauern. Jedes zweite Wochenende hatte ich frei. Obwohl ich eigentlich immer ein Einzelgänger war, zog ich mit Kumpels in meinem Alter durch die Kneipen und soff bis zum Augenstillstand. Das Saufen nahm eine immer wichtigere Rolle in meinem Leben ein. Wenn ich soff, dann richtig. Und so kam es dazu, dass ich kurz vor Beendigung meiner Ausbildung meine Lehre hinschmiss, denn inzwischen war es mir wichtiger, zu saufen, rumzuhängen und zu feiern. Da ich nun von gerade mal 90 Mark Arbeitslosengeld leben musste und natürlich mit dem Geld nicht auskam, rutschte ich in die Kriminalität ab. Ich bestritt einen großen Teil meines Lebensunterhaltes durch Einbrüche, Lebensmitteldiebstähle, wobei sich die Lebensmittel auf Alkohol und Zigaretten beschränkten. Irgendwann wurde ich natürlich erwischt und mit der Ableistung von Sozialstunden bestraft. Mein Lebenswandel veränderte sich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings immer noch nicht. Erst mit neunzehn, als ich eine elf Jahre ältere Frau kennen lernte, die zwei kleine Kinder hatte, änderte ich mein kriminelles Leben. Diese Frau brachte mich sozusagen wieder in die richtige Spur zurück. Ich bekam meinen ersten festen Job in einer Garten- und Landschaftsbaufirma in Hamburg. Schon auf dem Weg zur Arbeit kauften meine Kollegen und ich uns eine Palette Bier und kamen schon betrunken zur Arbeit. Zur damaligen Zeit fanden noch keine Kontrollen von irgendwelchen Vorgesetzten statt und es war ziemlich egal, wenn wir während der Arbeit getrunken haben. Also wurde es zur Routine: Jeden Morgen zwei Brötchen und eine Kiste Bier. Dieses Ritual zog sich über vier Jahre hin, bis ich aus der Firma entlassen wurde. Aber nicht, wie man denken könnte, wegen meines Alkoholkonsums, sondern wegen der Tatsache, dass ich keinen Führerschein hatte. Den habe ich nämlich erst nach meiner Entlassung aus dieser Firma gemacht. Ich trank weiter meine Biere, glaubte aber, dass ich noch alles im Griff hatte, denn ich konnte auch mal ohne Alkohol auskommen. Meine Freundin trank nur gelegentlich mit. Schlimm war es vor allem bei Feten. Ich hatte mir damals schon angewöhnt, „Vorzuglühen“, so dass ich schon ziemlich betrunken bei solchen Veranstaltungen ankam. Auf diesen Feiern habe ich dann regelmäßig so viel gesoffen, dass nichts mehr hinein passte. Das ging dann meiner Freundin irgendwann zu weit. Sie drohte mir, mich raus zu werfen. Da mich das überhaupt nicht interessierte, soff ich weiter. Ich kam letztendlich abends betrunken nach Hause, schlief ein und ging wieder zum Saufen und Arbeiten aus dem Haus. Meine Freundin, die mit mir und der Situation überhaupt nicht mehr klar kam, schloss sich sogar einer Selbsthilfegruppe für Angehörige an. Bis es dann irgendwann mal tatsächlich zum Rauswurf kam. Dazu sei angemerkt, dass meine damalige Freundin in dieser Selbsthilfegruppe ihren Ehemann kennen gelernt hat, mit dem sie, meines Wissens nach, noch heute zusammen ist. Diese Trennung nahm mich dann so mit, dass ich jetzt erst recht soff, was das Zeug hielt. Ich habe so lange getrunken, bis es nicht mehr ging und ich eine Entgiftung in einer Kieler Klinik machen musste. Nach dieser Entgiftung habe ich über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol getrunken. In dieser Zeit lernte ich eine dreiundzwanzigjährige Frau kennen. Ich liebte sie sehr und sie wurde schwanger. Der Schock traf mich dann im neunten Monat ihrer Schwangerschaft. Sie betrog mich mit einem Bekannten. Ich verließ sie sofort wurde sofort wieder rückfällig, wobei ich sagen muss, dass es sich aus meiner heutigen Sichtweise nicht um einen Rückfall gehandelt hat, denn ich hatte ja lediglich eine Trinkpause nach meiner Entgiftung eingelegt, ohne eine Entwöhnungsbehandlung zu beginnen, um meine Trockenheit zu erhalten. Jedenfalls habe ich angefangen, neben Bier auch noch Korn zu trinken, um durch den schnelleren Rausch auch schneller zu vergessen. Trotz alledem habe ich während dieser Zeit immer gearbeitet. Ich wechselte zwar des Öfteren die Arbeitsstellen, war aber nie länger als ein paar Tage arbeitslos.
nach meiner Entlassung aus dieser Firma gemacht.
Ich trank weiter meine Biere, glaubte aber, dass ich noch alles im Griff hatte, denn ich konnte auch mal ohne Alkohol auskommen. Meine Freundin trank nur gelegentlich mit. Schlimm war es vor allem bei Feten. Ich hatte mir damals schon angewöhnt, „Vorzuglühen“, so dass ich schon ziemlich betrunken bei solchen Veranstaltungen ankam. Auf diesen Feiern habe ich dann regelmäßig so viel gesoffen, dass nichts mehr hinein passte. Das ging dann meiner Freundin irgendwann zu weit. Sie drohte mir, mich raus zu werfen. Da mich das überhaupt nicht interessierte, soff ich weiter. Ich kam letztendlich abends betrunken nach Hause, schlief ein und ging wieder zum Saufen und Arbeiten aus dem Haus. Meine Freundin, die mit mir und der Situation überhaupt nicht mehr klar kam, schloss sich sogar einer Selbsthilfegruppe für Angehörige an. Bis es dann irgendwann mal tatsächlich zum Rauswurf kam. Dazu sei angemerkt, dass meine damalige Freundin in dieser Selbsthilfegruppe ihren Ehemann kennen gelernt hat, mit dem sie, meines Wissens nach, noch heute zusammen ist. Diese Trennung nahm mich dann so mit, dass ich jetzt erst recht soff, was das Zeug hielt. Ich habe so lange getrunken, bis es nicht mehr ging und ich eine Entgiftung in einer Kieler Klinik machen musste. Nach dieser Entgiftung habe ich über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol getrunken. In dieser Zeit lernte ich eine dreiundzwanzigjährige Frau kennen. Ich liebte sie sehr und sie wurde schwanger. Der Schock traf mich dann im neunten Monat ihrer Schwangerschaft. Sie betrog mich mit einem Bekannten. Ich verließ sie sofort wurde sofort wieder rückfällig, wobei ich sagen muss, dass es sich aus meiner heutigen Sichtweise nicht um einen Rückfall gehandelt hat, denn ich hatte ja lediglich eine Trinkpause nach meiner Entgiftung eingelegt, ohne eine Entwöhnungsbehandlung zu beginnen, um meine Trockenheit zu erhalten. Jedenfalls habe ich angefangen, neben Bier auch noch Korn zu trinken, um durch den schnelleren Rausch auch schneller zu vergessen. Trotz alledem habe ich während dieser Zeit immer gearbeitet. Ich wechselte zwar des Öfteren die Arbeitsstellen, war aber nie länger als ein paar Tage arbeitslos.
Das ist jetzt neun Jahre her.
Wie es der Zufall es so wollte, traf ich dann meine erste große Jugendliebe wieder. Weil ich Angst vor dem Alleine sein hatte, stürzte ich mich ohne nachzudenken wieder in eine Beziehung, die darin endete, dass ich von der Frau “bis aufs Hemd” finanzielle ausgezogen wurde. Ich konnte ihr zum Schluss nicht mehr nüchtern gegenüber treten, um mich ja nicht in Diskussionen um Geld mit ihr einlassen zu müssen. Immer wieder kam es dazu, dass ich nach der Arbeit lange in meinem Auto saß, und mich zuschüttete. Erst, nachdem ich ihr den Geldhahn abdrehte, kam es zur Trennung, was aber nicht dazu führte, dass sich mein Alkoholkonsum veränderte. Arbeit und Alkohol konnte ich immer gut miteinander verbinden, weil bei uns immer auf den Arbeitsstellen getrunken worden ist. Während der Arbeit konnte ich meinen Alkoholkonsum auf Bier beschränke. Aber wenn es gegen Feierabend ging, kam schon das Verlangen nach dem ersten Korn auf dem Betriebshof. Und wenn dann keiner einen Korn ausgab, dann habe ich eben dafür gesorgt, das was da war. Ich bin dann mit dem Auto schon besoffen nach Hause gefahren und habe unterwegs noch was für zu Hause eingekauft. Ich war eigentlich rund m die Uhr unter Strom. Wenn ich dann abends zu Hause war, habe ich dann weiter getrunken, bis ich volltrunken eingeschlafen bin. Während dieser Zeit lernte ich dann eine Frau kennen und lieben, die meine Lebensweise mit mir teilte und sie unterstütze. Auch sie trank gerne und viel. Wir beide waren ständig darum bemüht, dass immer genug unseres Suchtmittels im Hause war. Diese Beziehung dauerte bereits zwei Jahre, als ich mich in die Selbständigkeit wagte. Mir war bis dahin nicht im Geringsten bewusst, dass ich in irgendeiner Form alkoholabhängig sein könnte. Zu dieser Zeit wurde dann meine Lebensgefährtin des Öfteren darauf angesprochen, warum ich denn ständig mit einer Fahne zu Kundengesprächen käme. Ich habe das ihr gegenüber ständig abgestritten, denn ich bin immer früh aufgestanden, um Papierkram zu erledigen und natürlich, um bereits früh morgens Alkohol zu trinke. Das hat meine Lebensgefährtin natürlich nicht gemerkt. Ich habe dann erst nach Feierabend mit ihr zusammen getrunken. Zu dieser Zeit habe ich fast ständig Leute aus der Firma und aus dem Bekanntenkreis mit nach Hause gebracht, die natürlich ebenfalls nicht ins Glas spuckten. Dazu hatte ich extra eine Gartenlaube als Minikneipe ausgebaut, die gut frequentiert war. An den Wochenenden, wenn ich nicht zur Arbeit ging, bin ich trotzdem früh aufgestanden. Ich bin dann “angeln” gegangen. Das bedeutete im Klartext, dass ich bereits vorher in der Nähe meines Stammplatzes Korn und Bier versteckt hatte, denn ich hatte auch Angst davor, dass meine Lebensgefährtin mir den Alkohol wegtrinkt und für mich morgens, wenn ich ihn am Nötigsten hatte, nichts mehr da war. Mein Alkoholkonsum ging bald soweit, dass ich auf der Rückfahrt von Kundenaufträgen an der nächst besten Einkaufsmöglichkeit anhielt, um mir eine Flasche Korn zu besorgen, die ich dann während der Rückfahrt austrank. Ich war dann aber nicht etwa betrunken, sondern hatte genau den Alkoholpegel, den ich brauchte, um den Rest des Tages zu überstehen.
Mittlerweile war es so, dass ich zwar während der eigentlichen Arbeit auf den Baustellen sehr gut funktionierte, jedoch bei der Büroarbeit völlig überfordert war. Selbst meine Lebensgefährtin war zum damaligen Zeitpunkt aufgrund ihres Alkoholkonsums nicht mehr in der Lage, das Geschäftliche zu erledigen. Das alles war ihr und mir völlig egal, Hauptsache, es war Alkohol im Haus. Irgendwann war es dann soweit, dass keine Rechnungen mehr bezahlt worden sind und ich Insolvenz anmelden musste.
Trotz immer stärker werdendem Druck aus der Familie, der unsere Sauferei natürlich nicht entgangen war, ließen wir uns nicht beeindrucken und führten unsere Leben mit dem Alkohol so weiter. Es ging soweit, dass ich meiner Lebensgefährtin “Harten” Alkohol untersagte, weil sie dadurch in meinen Augen zu aggressiv wurde. Und schließlich wollte ich ja in Ruhe saufen und mich nicht noch mit ihr herumstreiten.
Unsere Sucht trieb uns dazu, dass wir sogar voreinander unseren “harten” Alkohol versteckten. Dieses Leben, wenn man es denn so nennen will, hielten wir ungefähr ein Jahr durch. Dann kam es zum völligen Zusammenbruch meiner Lebensgefährtin. Selbst zu diesem Zeitpunkt war ich sicher, dass nicht ich alkoholkrank war, sondern nur meine Lebensgefährtin. Nach einer Entgiftung und anschließender Therapie schloss sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Das hielt mich allerdings nicht davon ab, weiter zu trinken. Das führte dann dazu, dass mir mein Führerschein abgenommen wurde. Promillegehalt: 2,45%o. Die Polizeibeamten, die mir den Führerschein abnahmen, waren erstaunt über meinen “guten Zustand”, was heißen soll, dass ich gerade gehen konnte und nicht einmal gelallt habe. Kommentar des Polizeibeamten: ”Na , Sie sind ja wohl ein richtiger Kampftrinker.” Kurze Zeit später beabsichtigten meine Lebensgefährtin und ich, umzuziehen um einen alkoholfreien Neuanfang zu wagen. Ich versprach ihr, dass unser neues Zuhause eine alkoholfreie Zone sein solle, um ihr Bestreben zu unterstützen, trocken zu bleiben. Ich selbst war aber einfach noch nicht dazu fähig, auf den Alkohol zu verzichten. Mein Trinkverhalten änderte sich einfach nur dahingehend, dass ich meinen Konsum einschränkte und dass ich nun mehr oder weniger heimlich trank.
Ich habe sie also in ihrem Bestreben nicht unterstützt, sondern sie und ihre Familie, die inzwischen über sie bescheid wusste, nach Strich und Faden “beschi***n“.
Zu diesem Zeitpunk, also noch vor ungefähr einem Jahr, trank ich täglich 6 Liter Bier, und Korn.
Ich hätte mein Leben sicher eine ganze Weile so weiter führen können, da ich körperlich keine Beeinträchtigungen an mir festgestellt habe. Selbst als sich meine Lebensgefährtin von mir trennte, da sie mein falsches Spiel durchschaut hatte, habe ich meine Trinkgewohnheiten nicht verändert. Der Alkohol war zu dieser Zeit der wichtigste Bestandteil meines Lebens. Dann kam aber der Tag, der mich dazu brachte, mein Leben zu verändern. Ich bekam von einer Firma ein sehr gutes Stellenangebot. Das Problem war nur, dass diese Firma gut 80 Kilometer von meinem Wohnort entfernt war. Trotzdem fuhr ich dorthin. Bei dem Vorstellungsgespräch, welches überaus positiv verlief, kam dann zum Schluss die Sprache auf meinen Führerschein. Das war's. Mit Bedauern zog der Firmenchef sein Angebot zurück, als ich ihm sagte, dass mir der Führerschein abgenommen worden sei. Nachdem ich die Firmentür hinter mir geschlossen hatte, war für mich klar, dass jetzt etwas passieren musste. Ich fuhr nach Hause, rief einen Freund an, ob er mich in die nächste Klinik bringen könnte. Nachdem ich von ihm die Zusage hatte, betrank ich mich ein letztes Mal bis zum Verlust der Muttersprache. Mein Freund brachte mich dann in die Klinik zur Entgiftung. Das war am 23. März 2007. Schon während der dreiwöchentlichen Entgiftung entschloss ich mich, nach meiner Entlassung eine ambulante Entwöhnungstherapie zu machen. Da sich der Beginn der Therapie noch einige Zeit hinziehen sollte, habe ich mich gleich nach meinem Klinikaufenthalt der Suchtkrankenhilfe in Glückstadt angeschlossen, um dort mit Hilfe zur Selbsthilfe meiner Alkoholsucht entgegen zu treten. Erst jetzt, nachdem ich mich zu einer abstinenten Lebensweise entschlossen habe, weiß ich, was ich meinem Umfeld, insbesondere meiner Lebensgefährtin, aber auch mir selbst, angetan habe, denn mein Leben drehte sich nur noch um meine Sucht und ließ anderen Menschen keinen Platz mehr in dem eng abgegrenzten Rahmen meiner Alkoholabhängigkeit.
Inzwischen ist der Besuch meiner Selbsthilfegruppe für mich ein wichtiger und notwendiger Bestandteil meines trockenen Lebens geworden, weil ich dort Gleichgesinnte treffe, die mich verstehen und unterstützen.
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Wenn Ihr die Geduld gehabt haben, meine Lebensbeichte von Anfang bis Ende zu lesen, dann wird euch vielleicht der eine oder andere Abschnitt des Berichtes aus eurem eigenen Leben oder dem von Angehörigen oder Freunden bekannt vorkommen.
Vielleicht hilft euch diese Erkenntnis dabei, den ersten Schritt auf dem Wege in ein suchtfreies Leben in Angriff zu nehmen. Wenn dem so ist, und nur ein einziger Leser diesen Weg beschreitet, dann habe ich zumindest einen Teil dessen, was ich mit meinem Bericht bewirken wollte, erreicht.
Heute 13.01.2008 bin Ich immer noch trocken. Ich hatte am 09.01.2008 meinen MPU Termin den ich bestanden habe. Noch immer bin Ich in der Ambulanten Therapie und werde auch eine Verlängerung beantragen um mich noch mehr zu festigen und um mehr an mir und der Sucht zu arbeiten. |
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