| wie kann ich gleichgueltiger werden? • Hanna erzählt... |
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Feuervogel aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2008 Beiträge: 618 Alter: 54 Wohnort: Norddeutschland
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Verfasst am: 28.12.2011, 12:03 Titel: Re: Papa trinkt |
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Liebe Nicole,
zunächst einmal schön, wieder einmal von dir zu lesen. Und schön, dass es dir so gut ging!
Zu deinem Papa: es ist traurig, dass es ihm so schlecht geht, aber dieser Zustand ist einer, der wohl jeden Alkoholiker erwartet, der nicht aufhört, mit trinken.
Zu dir: sagen wir, es ist ein emotionaler/gedanklicher Rückfall, aber bitte lasse dem nicht Taten folgen!
Dass du total traurig bist über den Zustand deines Vaters ist verständlich und das alleine ist noch kein Rückfall (meiner Meinung nach). Stell dir vor, dein Papa hätte eine unheilbare Krankheit (Krebs oder ähnliches) und nicht mehr lange zu leben. Dann wärest du doch auch traurig, nicht wahr? Nur dann könntest du ihn nicht anbetteln: hör auf zu trinken, lass dir helfen, weil es eben eine unheilbare Krankheit ist. Nun, Alkoholismus ist eben auch eine unheilbare Krankheit und ich glaube dein Vater hat längst den Zeitpunkt überschritten, wo er noch hätte aufhören können.
Wichtig ist jetzt, dass du dir bewußt machst, dass dein Vater nicht mehr aufhören kann, weil das eben auch zu seiner Krankheit gehört. Gestatte dir, darüber zu trauern, dass du deinen Papa verlieren wirst. Gestatte dir, darüber zu trauern, dass ein Teil deiner Kindheit damit endgültig verloren geht. Gestatte dir, darüber zu trauern, dass du einiges, was du aufgrund der Alkoholkrankheit deines Vaters in deiner Kindheit von ihm nicht bekommen konntest nun endgültig verloren ist. Du kannst auch traurig darüber sein, dass dein Papa so sehr leiden muß, aber paß auf dich auf, dass du zwar mitfühlst, aber nicht mitleidest. Denn Mitleid schwächt dich und macht dich handlungsunfähig.
Also Nicole, es ist gerade eine furchtbar traurige Zeit für dich, sei nett zu dir selbst und gestatte dir die Trauer und die Tränen. Suche dir jemanden, der dir Halt und Trost gibt in dieser Zeit (dein Mann, eine Freundin?).
Pass auf dich auf.
Liebe Grüße
Feuervogel |
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| Feuervogel hat zum Thema: Re: Papa trinkt geschrieben
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KB sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.04.2007 Beiträge: 2247 Alter: 45 Wohnort: Halle
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Verfasst am: 30.12.2011, 21:52 Titel: Re: Papa trinkt |
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Liebe Nicole,
schön wieder mal von dir zu hören auch wenn die Umstände weniger schön sind.
Feuervogel hat schon alles auf den Punkt gebracht. Du kannst ihm nicht helfen. Denk an dich und lass die Trauer und die Tränen zu. An seinem Zustand wird sich wohl keine Besserung mehr einstellen solange er weiter trinkt.
Erfreu dich an der schönen Zeit die ihr miteinander verbringen konntet, vielleicht baut dich das einwenig auf!
Ich wünsch dir trotzallem einen wunderschönen Jahreswechsel und lass dich nicht unterkriegen. Genieß die Zeit mit deiner kleinen Familie!
Liebe Grüße von Katrin |
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| KB hat zum Thema: Re: Papa trinkt geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 226 Alter: 42 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 06.01.2012, 12:19 Titel: Re: Papa trinkt |
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Hey, wenn das nicht "meine" Nicole ist.
Hätte ja lieber bessere Nachrichten von Dir gehört..
Ich denke auch, dass Du nicht "rückfällig" bist. Es ist völlig OK, dass Du schockiert bist über den Zustand Deines Vaters, es ist völlig OK, dass Du traurig bist, es ist auch völlig OK, dass Du alles dafür tun würdest, dass er zum Arzt geht, aber Du weisst für Dich, dass es weder Deine Schuld und noch Deine Verantwortung ist. Und ich glaube auch, dass Du instinktiv merkst, dass es bald vorbei ist, vorgezogene Trauer, wenn Du so willst.
Gelbe Augen sagt mir (und Dir wahrscheinlich auch) "Leberfehlfunktion", also Zyrrhose.
Vielleicht schaffst Du es, soviel Kraft aufzubringen, Dich sozusagen "geordnet" von ihm zu verabschieden, also, für Dich, innerlich, gefühlsmässig. Vielleicht nochmal so wie "damals" in Form eines Briefes an Deinen Vater o.ä. . Musst ihn ja nicht "abschicken", einfach nur mal Gedanken, Gefühle, den eigenen Standpunkt ordnen bzw einordnen.
Ich hoffe, ansonsten geht es Euch den Umständen entsprechend gut..
Ich drück Dich..
LG und bis bald,
Der Insulaner  |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Papa trinkt geschrieben
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melan neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 31.12.2011 Beiträge: 5
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Verfasst am: 07.01.2012, 20:36 Titel: Re: Papa trinkt |
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Hallo Nicole,
ich bin noch recht neu hier. Als ich Deine Zeilen über Weihnachten und Deinen Vater gelesen habe, dachte ich, Du schreibst über meine Familie und meine Erlebnisse von Weihnachten. Mir geht es wie Dir, mich hat das total aus der Bahn geworfen, obwohl ich schon lange mit der Wahrheit Alkoholkrankheit lebe. Aber es ist eben etwas anderes, theoretisch zu wissen, wo das enden kann, und praktisch zu erleben, wenn es denn soweit ist.
Und ich glaube auch, dass es sowas wie vorgezogene Trauer ist. Ich denke aber, im Unterschied zu einer anderen Erkrankung (Krebs o.ä.), fällt es mir nach wie vor schwer zu akzeptieren, dass es auch beim Alkohol einen "point of no return" gibt.
Ich wünsche Dir viel Kraft - auszuhalten, was nicht zu ändern ist. Und viel Liebe zu Dir selbst - um nicht in fremde Abgründe zu stürzen.
Viele Grüße
Melan |
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| melan hat zum Thema: Re: Papa trinkt geschrieben
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