| Wieviel Zeit braucht sie ? • Vorstellung |
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july neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 6
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Verfasst am: 10.01.2008, 10:39 Titel: alkoholkranke Kollegin |
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So, nochmal hier Hallo.
Seit gestern weiß ich, daß meine Kollegin und Freundin trinkt.
Eigentlich möchte ich es immer noch nicht glauben,
aber da meine andere Kollegin Schnaps in ihrer Wasserflasche gefunden hat, müssen wir uns wohl der Tatsache stellen.
Wir arbeiten in einem Kaufhaus mit vielen Kollegen, sind aber eine Konstellation aus 3 Kolleginnen, die untereinander ein bisschen befreundet sind - 28, 40 und 50 Jahre alt.
Wir gehen zusammen in die Pause, und selten einmal außerhalb der Arbeitszeiten miteinander weg ( 2 bis 3 mal pro Jahr).
Vor etwa einem Jahr rief mich meine Freundin an und lallte ins Handy. Sie erzählte mir ca. eine Stunde immer wieder dieselben belanglosen Sachen.
Ich war etwas verwirrt, aber da sie zu der Zeit Probleme mit ihrer Familie hatte, dachte ich mir nichts weiter dabei.
Zu Hause möchte sie keinen Besuch haben, obwohl wir in derselben Stadt wohnen. Die Klingel ist laut ihrer eigenen Aussage kaputt.
Auf Betriebsfeiern und ähnlichen Veranstaltungen möchte sie nicht erscheinen.
Ihr Mann und sie schätzen die Zweisamkeit, sagt sie.
Das ist das einzig einigermaßen Auffällige an ihr.
Sie hatte im letzten Jahr Tage, an denen es ihr nicht gut ging.
Sie sagte sie hätte Magenschmerzen, ihr wäre schlecht, sie müßte gleich brechen etc. Dazu schwankte sie und verdrehte die Augen.
Wir haben uns immer noch nichts dabei gedacht.
Ich habe sie aus Sorge schon mit nach Hause begleitet.
Gestern sprach mich meine andere Kollegin an und fragte mich, ob ich jemals daran gedacht hätte, daß K. Probleme hätte.
Und ich sagte: Alkohol, weil mir sofort das Telefonat vor einem Jahr einfiel.
Meine Kollegin weinte und sagte, schau es dir doch mal genau an!
Und sofort dachte ich wieder, das kann nicht sein.
Ich habe einen alkoholkranken Onkel, ich bin jetzt nicht ganz unbewandert mit Alkoholproblemen,
aber meinem Onkel sieht man die Sucht an.
K. ist sehr gepflegt, hat noch nie nach Alkohol gerochen. Sie arbeitet nur 1 - 2 Tage die Woche, so gibt es keine auffälligen Fehltage.
Sie beschwert sich immer über Männer, die ihre Abende in Kneipen verbringen.
Wenn ich ihr von Wochenenden erzähle, an denen ich mit Alkohol über die Strenge geschlagen habe, lacht sie immer und erzählt mit mir darüber.
Sie vermeidet weder Gespräche über alkohol noch möchte sie darüber sprechen.
Jedenfalls gingen wir wie immer gemeinsam in die Pause, ich sah wie sie schwankte und sich am Geländer hochzog und hätte mit dem Kopf an die Wand rennen können.
Natürlich!
Kaum daß wir saßen, kam der Wirt von unserer Kantine, schaute meine Kollegin an und sagte: sag mal, bist du stoned, wie siehst du denn aus?
und sie sagte nur, ihr wäre schlecht.
Ich saß daneben wie betäubt. 1000 Sachen fielen mir ein und ich fühlte mich wie der größte Idiot.
Ich ging früher aus der Pause zu meiner anderen Kollegin, aber die Antwort konnte ich mir schon im Vorraus denken.
In der Wasserflasche war nicht nur Wasser, sondern alles schön gemixt mit Klarem.
Wir wissen nicht was wir tun sollen. Vor lauter Verzweiflung hat meine Kollegin die Hälfte ausgeschüttet und mit stillem Wasser aufgefüllt. War wohl nicht die tollste Idee.
Was sollen wir machen? Sie zur Rede stellen müssen wir sie ja irgendwie. Ihr die Flasche auf den Tisch knallen und fragen was das soll?
Ich bin völlig überfordert |
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| july hat zum Thema: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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reva neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2007 Beiträge: 65
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Verfasst am: 10.01.2008, 12:08 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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hallo july!
bin selbst neu hier im forum, und möchte dich herzlich begrüssen.
ich denke du bist hier absolut richtig und wirst sicher einiges an infomationen erhalten, die euch im umgang mit der kollegin helfen können.
theoretisch haben wir (bin krankenschwester) gelernt, wie mit alkohol am arbeitsplatz umzugehen ist, praktisch ist es so, dass ich zwar versucht habe, die gelernten dinge bei meinem lieben mann umzusetzen - nur ohne einsicht des betroffenen stehst im regen und kannst dich nur distanzieren.
das soll dir jetzt nicht die hoffnung nehmen, nur helfen, dich nicht zu sehr zu quälen.
falls du interesse an einem "leitfaden" zum konfrontationsgespräch hast, schreib mir einfach, dann kopiere ich dir die sachen hier rein.
ansonsten, lies quer durch das forum, das hat mir auch geholfen und lass dir von den "alten Hasen" raten - hier hast du die gelegenheit, beide seiten zu hören, angehörige und trockene alkoholiker.
alles alles liebe reva
ps: das erste hast du schon richtig gemacht - eine bestandsaufnahme konkreter "nasser" zwischenfälle. und dass du hierhergekommen bist, sowieso  |
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| reva hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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july neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 6
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Verfasst am: 10.01.2008, 12:31 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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Hallo Reva
das wäre toll, wenn du mir die Sachen reinkopieren könntest.
Ich habe nicht wirklich Ahnung, wie so ein Konfrontationsgespräch aussehen soll.
Heute ist sie wieder da und trinkt Kamillentee u. sagt es geht ihr wieder besser.
Ich hab ja auch keine Ahnung, ob sie heute morgen nur wenig getrunken hat
oder gar nichts und sie nur ab und an solche "Ausrutscher" hat oder wie das in der Regel aussieht.
Wir machen uns auch schrecklich Sorgen, schließlich fährt sie jeden Tag Auto.
Ich möchte das schon gern vorerst aufmerksam beobachten,
andererseits bin ich eine verdammt schlechte Schauspielerin, und ehrlich gesagt hab ich auch keine Lust ihr wochenlang Theater vorzuspielen. |
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| july hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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reva neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2007 Beiträge: 65
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Verfasst am: 10.01.2008, 13:32 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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HI!
ihr mögt eure kollegin sehr, nicht wahr?
bevor ich jetzt schreibe, wie sowas in der "theorie" ablaufen soll, möchte ich dich bitten, noch ein wenig abzuwarten, welchen "senf" die alten hasen dazu geben - und auch, bis du ein wenig abstand gewonnen hast. sonst nimmst du das problem auf deine schulter, und es ist ja nicht deines, sondern das deiner kollegin.
das ist wichtig.
du kannst sie anstubsen, aber losgehen muss sie von selber.
also konfrontationsgespräch:
1. unter vier augen. nur im nüchternen zustand. (vielleicht gehen auch 6 augen, wenn es euch leichter fällt, nur könnte ich mir vorstellen, dass sie dann zu schnell in die verteidigung übergeht. eventuell ist eine kolleginfür das Gespräch geeigneter, die nicht soviel persönliche bindung hat?)
2. kurze einleitung, nicht lange um das problem herumreden
3. konkrete vorfälle ansprechen, in ich form:
"mir ist gestern aufgefallen, dass...", "ich habe mich sehr erschrocken als du gestern plötzlich umgefallen bist..." und so ähnlich.
4. "Ist dir das auch aufgefallen?" si stellung beziehen lassen - kurz!
5. falls sie es leugnet:"doch, ich habe das sehr wohl bemerkt." (oder so ähnlich.
6. kurz ansprechen, dass du als ursache ein alkoholproblem vermutest. und suche nach professioneller unterstützung nahelegen (z.b. Informationsmaterial über suchtberatungsstellen, würde ich mir besorgen, hab ich meinem mann als abschiedsgeschenk in seinen koffer gelegt ). "wir stehen hinter dir, wenn du bereit bist, dir hilfe zu suchen."
7. nicht auf diskussionen einlassen - leugen/rechtfertigungen/schuldzuweisungen sind ein versuch, das problem zu zerreden (oder schönzureden, wie es hier einige sagen) und dich in die helferrolle zu drängen.
8. einen termin setzen und die konsequenzen aufzeigen:
z.b. "wie sehr ich dich auch schätze, wenn in den nächsten 8 wochen wieder so etwas passiert, wende ich mich an unsren geschäftsleiter."
9. das gespräch rasch beenden
(das ist der schwierigste teil, den hab ich bei meinem ex lang nicht geschafft).
"so, das wars dann, was ich sagen wollte. bis später." (am besten eine pause machen, wo man sich nicht sieht, damit sich das ganze sezten kann und beide "runter" kommen)
10. "normaler" umgangston für den rest der zeit, nicht ausweichen, keine übertriebene freundlichkeit, in keine problemgespräche verwickeln lassen -
dazu sind wir normalos nicht da (wir müssen die leute ja den ganzen tag um uns haben, therapeuten haben nach einer stunde wieder zeit, sich auszuklinken und zu sich selbst zu finden.)
und sollte sie "problemeinsicht" zeigen: mit dem folder hast du bereits genug getan - anrufen, sich einen terminausmachen und ihn einhalten muss sie selber! (natürlich kannst du als gute freundin mitgehen, wenn sie es will, aber nur, wenn du es auch willst.)
sonst würde ich mich möglichst raushalten, sonst steckst du so schnell in der co-abhängigen falle wie wir alle....
ihr leben - ihre probleme - ihre entscheidungen
(das ist mein mantra, wenn ich mir wieder gedanken mache, wie mein mann zurechtkommen soll ohne mich: SEIN leben - SEINE probleme - SEINE entscheidungen )
alles alles liebe viel glück und *daumendrück*
reva
ps: wäre den moderatoren sehr dankbar, wenn sie meinen text durchsehen würden....
pps: wenn sie nicht will, kannst du nur auf dich schauen. hilfe kann man niemandem aufzwingen und es liegt auch nicht an dir, wenn ein mensch mit offenen augen ins unglück rennt. |
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| reva hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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july neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.01.2008 Beiträge: 6
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Verfasst am: 10.01.2008, 21:36 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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Liebe Reva
Danke für deine Punkte. Ich werde das ausdrucken und morgen meinen Kollegen, die es wissen, vorlegen.
Sie möchten nichts sagen, erst einmal beobachten, ob öfter etwas in der Wasserflasche versteckt ist.
Ich selber halte das für keine gute Idee, denn schließlich gibt es 1000 Möglichkeiten, sich irgendwo etwas zu verstecken.
Meine Kollegin zitterte heute unentwegt und sagte mir, das käme von ihrem Magen,
weil sie sich gestern noch ein paarmal übergeben hätte und heute noch ganz zittrig wäre.
Und daß sie allgemein ganz schlapp und frühjahrsmüde wäre und nun eine Vitaminkur starten will.
Heute war tatsächlich nur Kamillentee in ihrer Kanne.
Aber Schnaps in der Wasserflasche - wenn man sowas macht, ist das doch kein einmaliger Ausrutscher, oder?
Gruß july |
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| july hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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tini8 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.12.2007 Beiträge: 627 Alter: 42 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 10.01.2008, 22:32 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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| Hallo liebe July, nein natürlich ist das dann kein "Ausrutscher" mehr, sondern dahinter steckt ein richtiger, echter Alkoholiker mit massiven Entzugserscheinungen, wenn er/sie denn mal für einen Tag sein lässt. Ich kann dir nur raten, dich auch gefühlsmäßig zu distanzieren! Denn wie schon weiter oben geschrieben wurde, sonst ist das plötzlich dein Problem und nciht mehr ihres!!! Es wird schon auch seine Gründe haben, warum sie nur so wenig arbeitet! LG tini |
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| tini8 hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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reva neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2007 Beiträge: 65
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Verfasst am: 11.01.2008, 00:37 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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tini8 es gibt auch andre gründe, nur 2 täg die woche zu arbeiten - man nennt das prioritäten setzen und sich zeit nehmen für die wirklich wichtigen dinge ds lebens - zum beispiel ein kleines söhnchen, das dich liebt und braucht.
nicht jeder glaubt unter 1000 euronen gibts kein leben  |
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| reva hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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reva neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2007 Beiträge: 65
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Verfasst am: 15.01.2008, 15:34 Titel: Re: alkoholkranke Kollegin |
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hiho!
wie geht es euch mit eurer kollegin?
habt ihr schon den mut gehabt sie zu konfrontieren? ode müsst ihr noch immer verstecken spielen?
ein denkanstoss - je länger ihr sie "lasst", umso teifer rutscht sie rein - und ihr auch, schuldgefühle, scham und so weiter - kenn ich alles, habe meinen mann trinkend kennengelernt und musste mir dann, als es mir zuviel wurde und bedenken kamen anhören, du wusstest ja wie ich bin, jetzt darfst dich nicht drüber aufregen.....hat 5 jahre und ein kind gedauert, bis ich sagte: damals wusste ichs nicht besser- jetzt stört es mich, weil ich weiss, was dabei rauskommt.
alles alles liebe und *daumendrück*
reva |
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| reva hat zum Thema: Re: alkoholkranke Kollegin geschrieben
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