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Angst vor einem Rückfall des Partners

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jamie1
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Anmeldungsdatum: 06.01.2008
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BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 15:08    Titel: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo alle miteinander,

hab mich mal herüber bewegt aus dem anderen Bereich. Um was es eigentlich geht kann nachgelesen werden unter:

Bahnt sich ein Rückfall an?

Noch mal kurz um was es geht:
Um meinen Freund, der seine Nüchternheit irgendwie versucht so aus dem Ärmel zu schütteln Mit den Augen rollen . Kurz gesagt, die Grundbausteine werden nicht befolgt. Er trinkt seit 7 Monaten nicht. Machte keine LZT und geht auch in keine SHG. Braucht er wohl nicht Cool. Nun gut, mag ja sein. Es schaffen ja auch welche ohne diese Schritte. Aber die kümmern sich dafür dann wenigstens anderweitig und machen sich Gedanken, wie sie das, was sie bis jetzt erreicht haben aufrechterhalten und ausbauen können, damit es zur Stabilität führt. Er irgendwie nicht. Oder er macht es heimlich Geschockt . Man sagt ja, dass meist bei den „Außenstehenden“ die Alarmglocken eher gehen, als beim Betroffenen selber, der es noch (meist gar) nicht kommen sieht.

Ich glaube, dass es für ihn vielleicht schwieriger ist nicht zu trinken, wenn er sich damit auseinandersetzt, als wenn er einfach nur nicht trinkt. Denn ständiges damit Auseinandersetzen heißt ständige Konfrontation, und das könnte ihn vielleicht wieder unter Druck setzen? Nach dem Motto: "Oh Gott, so viel und das alles muss ich dafür tun? Ist das wirklich nötig? Ne, da trink ich lieber mal schnell einen drauf, das mir zu fülle!" Aber ich denke, wenn man es wirklich will lautet für einen selber die Antwort: JA, es ist nötig und hilft und bringt einen vor allem weiter als ohne derartige Schritte und Vorsicht! Man muss ja nicht gleich alles auf einmal bewältigen, aber zumindest die Grundregeln beherzigen. Grundregel 1, die für mich am wichtigsten erscheint, wäre: ALKOHOL SO GUT ES GEHT MEIDEN. SICH NICHT AUF EXPERIMENTE EINLASSEN. Denn das tut er Böse. Wahrscheinlich, um es sich selbst zu beweisen. Ich hab ja noch Hoffnung, dass ihm dieses "Guck-mal-was-ich-kann-Getue" irgendwann langweilig wird und er es lässt.

Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal in einem Forum um Hilfe frage. Aber ich habe an mir selber gemerkt, dass man wirklich erst ziemlich down und ratlos sein und den Willen haben muss, um mal nach Hilfe zu gucken. Ich habe zuvor hier auch schon über 1 Jahr mitgelesen und habe einen Einblick auch in die Denkweise von süchtigen Menschen erhalten.

Gruß
Jamie
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jamie1 hat zum Thema: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
jamie1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 32
Wohnort: im Norden

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 16:09    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So, erstmal bißchen Training gemacht, nun geht´s wieder besser.

Ist hier zufällig momentan jemand in der gleichen Situation wie ich? Partner trinkt nicht mehr, aber weiter wird auch nichts getan von seiten des Partners, als nur nicht zu trinken?

Jamie
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jamie1 hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
Lenjana
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 17.12.2007
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Alter: 35
Wohnort: Nordbayern

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 16:35    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo jamie,

allzuviel kann ich Dir zwar dazu nicht schreiben, da mein Mann noch nie solange ausgehalten hat nicht zu trinken.

Bei uns war es aber jedesmal so, daß diese "Experimente" immer wieder zu einem Rückfall geführt haben.

Er will auch keine Hilfe von außen annehmen, daß ist schließlich was für "richtige Alkoholiker". Bei ihm beschränkt sich´s ja schließlich auf Bier. (Was eigentlich gar kein Alkohol ist - wir leben in Bayern)
Er geht nur auf mein Drängen zu einer Beratungsstelle, was aber natürlich unter Zwang wenig aussicht auf erfolg hat.

Das blöde ist halt, daß man sich auch in diesen Hausgemachten Trockenphasen immer fühlt, als würde man neben einer Zeitbombe sitzen und man nie weiß, wann sie wieder losgeht.

LG Lenjana
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Lenjana hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
jamie1
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 32
Wohnort: im Norden

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 16:46    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lenjana,

Lenjana hat Folgendes geschrieben:

Das blöde ist halt, daß man sich auch in diesen Hausgemachten Trockenphasen immer fühlt, als würde man neben einer Zeitbombe sitzen und man nie weiß, wann sie wieder losgeht.


Genau so fühl ich mich auch und das macht einen fertig. Einerseits freut man sich, dass er nicht mehr trinkt aber gleichzeitig traut man diesem Gefühl nicht und fragt sich, passiert es oder nicht und wann. Ergo man kann das Gefühl, dass man eigentlich glücklich darüber ist, dass nicht mehr getrunken wird, nicht richtig ausleben. Schlimm so ein "Dasein" Geschockt!

Was für "Experimente" hat denn Dein Mann ausprobiert? Er hat sich also auch nicht an die Grundregeln gehalten?!

Jamie
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jamie1 hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
Lenjana
neuer Teilnehmer


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Alter: 35
Wohnort: Nordbayern

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 16:55    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo jamie,

mein Mann macht Experimente, ob vielleicht 1-3 Bier mal zwischendurch gar nichts ausmacht und er danach sofort wieder aufhören kann zu trinken.

Weil eigentlich möchte er ja gar nicht nichts mehr trinken. Wie steht man denn sonst vor zB. Kollegen da, wenn´s noch auf ein Feierabendbierchen geht und er immer ablehnt.

Als wäre es so schlimm, wenn jemand offen sagt, daß er keinen Alkohol trinkt.

LG Lenjana
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Lenjana hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
jamie1
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 32
Wohnort: im Norden

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 17:04    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey,

ich denke, dass ist auch ein Punkt, der bei den Männern erst überwunden werden muss: Wie steht man vor den Kollegen dar? Weil das Bier ja zum Mann gehört, wie der Panzer zur Schildkröte (oder so in der Art).

Sie wollen halt keine Weicheier sein. Aber dass es auch Stärke ist, dazu zu stehen, dass man sich für einen anderen Weg entschieden hat, den OHNE, das können sie meist nicht verstehen. Lebt er sein Leben für seine Kollegen???

Wie oft hat er denn schon versucht aufzuhören? Es müsste ihm doch zeigen, dass es so wohl nicht geht. Stell ihm bei Gelegenheit doch mal die Frage, ob er es wirklich will und wie sich für ihn der Gedanke ein Leben komplett OHNE anfühlt. Das wäre doch mal interessant.

LG
Jamie
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jamie1 hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
Lenjana
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Wohnort: Nordbayern

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 17:16    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich finde, man ist ein viel größeres Weichei, wenn man eins mittrinkt, nur weil alle tun, als wenn man zudem steht, was man eigentlich möchte.

Ich weiß nicht mehr wie oft er schon aufgehört hat. Es war jedenfalls nie von langer dauer.

Oft gibt er dann auch mir die Schuld, weil er nicht genug gelobt worden ist, oder ich angeblich grundlos Streit anfange um ihn zu provozieren (als würde ich nur darauf warten, daß endlich wieder trinkt).

Ob er wirklich aufhören will weiß ich nicht genau. Wenn, dann jedenfalls nur, weil er Angst hat, mich und die Kinder zu verlieren, wenn er so weitermacht und nicht weil er für sich was verändern möchte. Allerdings steht er inzwischen genau an diesem Punkt. Ich kann die ewigen ausreden nicht mehr hören und halt diese ständige Anspannung nicht mehr aus.

Ist es bei deinem Partner das erste Mal, daß er nichts trinkt? Und was hat ausgelöst,daß er aufgehört hat zu trinken?

LG Lenjana
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Lenjana hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben
jamie1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 32
Wohnort: im Norden

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 20:45    Titel: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mein Freund hat mir nie die Schuld an irgendetwas gegeben, er wusste, dass es seine Schuld ist, dass er trinkt usw. Und, dass nur er das ändern kann. Ich glaube, er hatte es Oktober 2006 schon mal mit nicht trinken versucht. Nicht offiziell, aber zu der Zeit war mehr mit ihm los, man konnte mit ihm weggehen, er war irgendwie ständig nüchtern in meinen Augen. Ob er nun gar nichts getrunken hat, weiß ich nicht. Wir haben so nicht darüber gesprochen. Er sagte nur einmal, ich tue das für mich und nicht für dich. Ich wusste aber, was er meinte, weil ich es ja merkte. Es war wohl ein Versuch, von dem niemand wissen sollte, im Falle, dass es schief geht. So war es auch. Auf einem Altstadtfest meinte er was trinken zu müssen. Begründung: Wozu geh ich auf ein Altstadtfest, wenn ich nicht mal ein Bier trinken darf...Resultat: alles beim alten und ab dann bergab. Waren wohl 4 Wochen, die er durchhielt. Weiß nicht mehr genau.

Ich habe es selbst gemerkt, dass es ständig bergab ging. Abstürze kamen immer öfter und länger. Ich war kurz davor Schluss zu machen. Das war Juni 2007. Ich konnte nicht mehr. Ich hätte es auch getan, wenn er nicht mit mir zur Beratungsstelle gegangen wäre, letzte Chance für ihn. Er hatte wieder mal Urlaub. Ich habe mir vorgenommen, in seinem Urlaub mit ihm dorthin zugehen. Er wusste, dass es Zeit war und ich auch. Ich merkte, dass er sich Gedanken machte, da öfter das Wort Therapie fiel. Ich fragte ihn, ob er nächste Woche mitkomme zu Frau Dr. Ja, er wollte. Es konnte ihm dann gar nicht schnell genug gehen mit der Entgiftung. Leider war nicht gleich ein Bett frei und wir mussten noch 6 Tage warten, dazwischen war noch das Wochenende, welches ja oft genutzt wurde, um sich gehen zu lassen. Aber nein, dieses Mal war es anders. Er hielt sich bis zur Einweisung zurück, packte und bereitete sich vor. Er wollte es wirklich. Am Tag der Einweisung gab es aber noch mal zum Frühstück bevor es dann losging einen Flachmann und ein Bier. Er war dann fast 3 Wochen zur Entgiftung. Nun ja, das ist nun 7 Monate her.

Ich glaube, Du weißt selber, dass Du und die Kinder nicht der Grund sein dürfen, aufzuhören. Er muss es für SICH tun. Das wirst Du hier noch oft genug lesen.

Jamie
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jamie1 hat zum Thema: Re: Angst vor einem Rückfall des Partners geschrieben

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