Abschied und Verzicht
In Bezug auf ein trockenes Leben bedeutet das Wort Abschied, dass man sich nicht nur von dem Alkohol verabschieden sollte, sondern auch viele andere Dinge seines bisherigen Lebens der Vergangenheit angehören sollten.
In der Regel hat sich ein Alkoholiker über Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte ein Leben aufgebaut, eine Partnerschaft aufgebuat, dass für einen Alkoholiker, der jetzt ohne Alkohol leben möchte, nicht geeignet ist.
Abschied muss nicht immer mit Trauer verbunden sein, wenn man die Abstinenz als Lebensbereicherung betrachtet und nicht als Verzicht.
Zu den notwendigen Lebensveränderungen gehören aus den Erfahrungen von heute lange trocken lebenden Alkoholikern, hinzu, dass auch die bisherigen Freunde und das gesamte soziale Umfeld überdacht werden sollte. Menschen die während unserer nassen Zeit mit uns zusammen Alkohol getrunken haben, können oft nicht verstehen, dass wir zukünftig ohne Alkohol leben wollen. Zwei der möglichen Ursachen für das Unverständnis sind, dass sie selbst übermäßig viel Alkohol trinken und deshalb nicht verstehen wollen, dass wir diesen Weg einschlagen müssen. Der zweite mögliche Grund ist auch, dass diese Menschen selbst anfangen nachzudenken, ob sie auch alkoholkrank sind, aber sich nicht ändern wollen.
Für trockener Alkoholiker ist es daher sehr wichtig, nicht an Abschied zu denken, wenn sie ein Leben ohne Alkohol führen möchten, sondern nach vorne zu schauen und sich ein neues Leben aufzubauen. Da ein Leben auch natürlich aus Gewohnheit besteht, darf man allerdings nicht erwarten, dass die schnell geht. Der Leitsatz nur nicht trinken reicht nicht, hat hier eine sehr große Bedeutung. Es gilt die Gewohnheit zu durchbrechen, die man sich jahrelang aufgebaut hat. Wie oben schon geschrieben, darf dabei das neue Leben nicht als Verzicht angesehen werden. Man sollte sich immer wieder vor Augen führen, was der Alkohol über Jahre hinweg mit einer angestellt hat und warum man sich entschieden hat, ab heute ein Leben ohne Alkohol führen zu wollen.
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